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Vrauerei(an derEngerser Chaussee, unweit des Lehrer-Seminars), die Produktionsstätte des berühmten Herrnhutcr Vieres, das seinen wohl berechtigten Ruf bis zu den entferntesten Gegenden trägt; die Fayence-Ofenfabrik (sogenannte Herrnhuter Öfen, welche sich durch geschmackvolles Äußere uud gute Heizkraft bei Sparsamkeit und Sauberkeit auszeichnen); die großeKnabenerziehungsanstalt in der Friedrichstraße und daneben an der Ecke der Luisenstraße den Gasthof der Vrüdergemeine, Uoravikw-Hütol. Dieser Nauthätig- keit gegenüber sind auch andere Unternehmer nicht müßig gewesen. Dies beweist der Ausbau der Friedrichstrahe bis zum schonen Landgerichtsplatze, den schatteuspendende Linden zieren; der Ausbau der Hermannstraße, an welcher, als eins der größten und schönsten Gebäude der Stadt, das Bctriebsamt der rechtsrheinischen Eisenbahn nebst daran stoßender Direktorialwohnung, in rotem Backsteinbau vollendet dasteht. Die hiesige Freimaurerloge hat sich am südlichen Ende der Pfarrstraße ein neues, architektonisch schönes Versammlungshaus erbaut. Ihr gegenüber am Nheinuser steht die schöne Villa des Landtags-Abgeordneten, Herrn E. Dietz. Die Heddesdorferstraße ist jetzt beiderseits mit Häusern so besetzt, daß ein Unkundiger unmöglich die Grenze zwischen Neuwied und Heddesdorf wahrnehmen kann. Verschiedene neue Straßenanlngcn sind geplant, und es wird nicht manches Jahr mehr dauern, bis auch diese mit schönen Häusern besetzt sein werden. Stößt doch schon das neue Vetriebsamts-Gebäude mit seiner Lüngsfront an eine nen angelegte Straße, für welche man den Namen Wilhelmstraße füglich wählen dürfte.
Einen ferneren Beweis für den fortschreitenden Wohlstand Neuwieds liefert der Bestand der Nankinstitnte: Neichsbank-Neben- stelle (durch welche Neuwied nnnmehr als Nankplatz sich andern großen Städten anschließt) und Neuwieder Bankverein. Beide Institute haben nebeneinander ihre Existenz, nnd erste« sogar in dein Maaße, daß jüngst eine Erweiterung der Räume zur Notwendigkeit geworden ist. Der Geldumsatz ist sehr bedeutend; die Neichs- banknebenstelle hat im Jahr 1891 allein 55 Millionen umgefetzt.
Em anderer, nicht minder wichtiger und zuverlässiger Gradmesser des wachsenden Wohlstandes ist der stetig wachsende und bedeutende Postverkehr, welcher gleichen Schritt hält mit dem zunehmenden Wohlstande der Bürgerschaft.
