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Soonwaldes und des Taunus. Aber seine Wogen zersägten das Gebirge von Süden nach Norden, die Mosel durchwühlte es von Westen nach Osten, die Lahn von Osten nach Westen. In dem Centrum des Gebirges breitete sich ein ansehnlicher Landsee aus, dessen Ufer durch die von Süden über das Mayfeld hinfluthenden Wogen der Mosel immer mehr erweitert wurden. Endlich zerbrach vor der Gewalt des heranstürmenden Rheines der Zusammenhang der Gebirge im Süden und wie ein Niagara stürzte sich der Rhein über die Quarztrümmer am Bing er loch, von welchen bis in die spatesten Zeiten die Fragmente der Schifffahrt Gefahr bringend waren. In jene ereignißreiche Zeit und zwar gegen das Ende derselben, fällt auch die Thätigkeit unferer rheinischen Vulkane. Im Anfange derselben hatten unsere Thäler noch bei Weitem die jetzige Tiefe nicht, während die letzten vulkanischen Ausbrüche das Land fast in feiner gegenwärtigen Oberflächenbildung trafen. Die älteren Lavaströme, die sich in die Tiefen des Landsees fenkten, der das Neumieder Becken füllte, sind ganz mit Lötz bedeckt, während die letzten Vimssteinsausbrüche sich dem Löß nnd noch jüngeren Bildungen auflagerten. Die Pflanzenreste, welche von den Tuffen zu Plaidt umschlossen werden, gehören einem warmen, fast tropischen Elima an, während die Tuffe des Vrohlthals nur Pflanzen unseres gegenwärtigen Clima's enthalten. Auch die Reste von Elephanten und Nasehörnern finden sich noch vor; aber von menschlichem Dasein zeigt sich in jener Zeit auch keine Spul. Die vulkanischen Eruptionen mit ihren Lavaergüssen, ihren Tuffablagerungen, ihren Bimssteinüberschüttungen und ihren Erdbeben gingen vorüber, ohne in einem menschlichen Herzen Schrecke» hervorzurufen. Endlich aber wurden aus den Niederschlägen der sühen Gewässer unserer Gegenden die Löhablagerungen abgesetzt, die noch einen ansehnlichen Einfluß auf die Oberflächenbildung unserer Gegend ausübten, indem sie sich bis zu 800 Fuß über dem Spiegel des Rheines finden und besonders an dem unteren Ende des Neuwieder Beckens mächtige Lehmwände bildeten. Aber auch hier drang der Strom, die Thalbildung vollendend, an dem Felsenthore von Andernach durch, die Nordsee zur Mündung aufsuchend, die sich während seiner gewaltsamen Thätigkeit fast in ihre jetzigen Grunzen zurückgezogen hatte. In zahlreichen Armen durchfloß unser prächtiger Strom die niederrheinifche Ebene, die
