23
darstellen, so wird wohl die Möglichkeit gegeben werden müssen, daß auch beim Tuff ähnliche ungeschichtete Parthieen entstehen kmmten, während die Hauptmasse nach ihrer deutlichen Schichtung nach und nach in dem Maahe abgelagert worden ist, wie die Stoffe herbeigeführt worden sind."
Bei jedem vulkanischen Ausbruche entsteigen dem Krater des Berges eine ungeheure Menge von heißen Wasserdämvfen, welche sich in den höheren Regionen der Atmosphäre verdichten, als breite Wolken ausdehneu und somit die Entstehung einer starken elektrischen Spannung und die Bildung von äußerst heftigen Gewittern veranlassen." „Diese vulkanischen Gewitter, wie sie Humboldt genannt hat, tragen nicht wenig dazu bei, die fürchterliche Schönheit des Schauspiels der vulkanifchen Eruptionen zu steigern. Hunderte von Blitzen schießen nach allen Richtungen aus der Dampf- und Aschenwolke hervor; ihre unaufhörlich rollenden Donner stimmen mit ein in das Brüllen und Tosen des Berges, und Platzregen, nicht selten als förmliche Wolkenbrüche, bisweilen von Hagelwettern begleitet, stürzen hernieder und verwüsten mit ihren Wasser- und Schlannnfluthen die Umgegend des Berges." (S. Naumann Lehrbuch der Geognosie I. S. 122.)
Wenn sich nun zn diesen vulkanischen Gewittern die heftigen Sand- und Aschenregen gesellen, wie dies ganz gewöhnlich ist, dann werden die verheerenden und die umgestaltenden Wirkungen auf das Höchste gesteigert." „Dann fällt die Asche feucht und kleb- "g hernieder und hängt sich wie feiner Schlamm an die Blätter und Zweige der Väume und Pflanzen, welche bald gänzlich in- «ustirt sind, dadurch in ihren organischen Functionen gehemmt werden und zuletzt absterben . . . Weit schrecklicher noch giebt sich die Mitwirkung jener Regengüsse dnrch die von ihnen erzeugten Fluchen zu erkennen. Von allen Seiten schießen die Wasserstrüme an den Seiten des Berges hinab, raffen in ihrem Laufe die schon gefallenen und die noch fallenden Auswürflinge mit sich fort, zerwühlen nnd zerreißen selbst die tieferen Schichten des Abhangs und wälzen sich endlich als mächtige Schlammfluthen in die unteren, an demFuße des Berges gelegeneu Gegenden."(Naumanna.a.O.)
Die verheerenden Wirkungen dieser Schlammströme erkennen wir aus dem Untergange von Herculanum und Pompeji und aus Jung Huhns lebendigen Schilderungen der Ausbrüche javanischer
