Bei unausgesetzter Arbeit kam dieses Werk in vier Wochen zu Stande.

Unterdessen hatte am 12. October 1795 die österreichische Nrmee unter Clairfayt am Main wieder die Offensive ergriffen und drängte die Franzosen über den Westerwald nach dem Niederrhein zurück. Dadurch wurden auch die in und um Neuwied liegenden franzosischen Truppen genöthigt, wieder auf das linke Nheinufer zurück zu gehen. Der Rückzug sollte auch am 18. October aus­geführt werden, als unerwartet brennende Schiffe, die General Mareen« zu Vnlleudar hatte anzünden lassen, gegen die Brücke trieben und diese so beschädigten, daß sie erst am Abend wieder hergestellt werden konnte. Es entstand dadurch eine An­häufung von Truppen und eine solche Unordnung unter densel­ben, daß die Stadt sich der Plünderung uud Gewaltthätigkeiten aller Art ausgesetzt sah, die sich am 19. noch in viel höherem Grade wiederholten, als an diesem Tage die Oesterreicher mit einer zwar nur geringen Macht eindrangen und die Franzosen Vertrieben. Aber beiderseits sich verstärkend, wurden bald die einen, bald die anderen aus der Stadt verdrängt, wodurch von 11 Uhr Morgens bis 5 Uhr Abends ein lebhaftes Gefecht in den Straßen Neuwieds statt fand, das zugleich von dem Brückenköpfe aus be- schossen und auf der einen Seite von den Franzofen, auf der an­deren Seite von den österreichischen Nothmäntlern ausgeplündert wurde. Der Stadtschultheiß Greis, der sich zur Verhütung dieser Gewaltthätigkeiten dazwischen warf, follte eben von den Nothmäntlern ausgezogen werden, als ihn ein Trupp Varcoscher Husaren rettete.Dieser Tag mar der schrecklichste, den Neuwieds Einwohner bis dahin in diesen Kriegsereignissen erlebt hatten." Ein geschickter Schlosser, Deubener, welcher eben am Fenster stand, fand fein Ende durch den Schuh eines Franzosen.

Obgleich die Franzosen die Stadt verlassen hatten, setzten sie doch die Beschießung unausgesetzt fort, die au mauchen Tagen fehl heftig wurde und bis zum 31. October dauerte. Auf die Be­schwerde der Stadt wurde endlich dieses Schiehen nnterlasscn, mit der Bedingung, daß keine österreichische Besatzung aufgenommen werde und überhaupt keine feindseligen Unternehmungen von hier aus statt fänden, was dann auch der Commandirende der öfter-