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3. Juli I81ü ai> Preußen die wiedischen und isenburgischen Aenl- ter Altwied, Dierdorf, Neuerburg, Heddesdorf, Stadt und Gemarkung Neuwied und das Kirchspiel Horhausen, Die Wiener Bundesakte sicherte unter dem 8. Juni den Fürsten von Wied die Rechte der Mediatisirten zu und ein königliches Edikt vom 21. Juni verfügte, daß sie die direkten Steuern beziehen und zum Besten ihres Landes verwenden, für ihre Familien und Domänen von Personal- und Grundsteutru frei sein, eigene Wachen von Männern, die ihre Militärpflicht erfüllt, halten, fürstliche Justiz und Kollegien gründen, und die innere Regierungsverwaltung, der Verfassung der preußischen Monarchie gemäß, besorgen sollten.
So war denn nun unsere gute Stadt mit 4363 Einwohnern (1817) der preußischen Monarchie zugetheilt und wurde der Hauptort des Kreises Neuwied, worin der Landrath die königlichen Angelegenheiten verwaltete, da auch die Ausdehnung weit über die wiedischen Besitzungen hinausging.
Der Uebergcmg unter die preußische Regierung kam, obgleich man lieber unter dem angestammten Fürstenhause geblieben wäre, der Bevölkerung doch weit leichter an, als der erste unter nassauische Hoheit. Man war doch jetzt Glied eines großen Staates, dessen segensvolles Wirken auch alsbald ganz auffällig wurde, wenn auch die durch außergewöhnliche Nässe des Sommers 1816 hervorgerufene Hungersnoth und Theuernng der Lebensmittel überall hemmend einwirkte.
Eine erste segensreiche Folge des nun ungehemmten Verkehrs mit dein linken Rheinufer war die Errichtung einer fliegenden Brücke, die schon Friedrich Alexander vergeblich erstrebt hatte. Die feierliche Eröffnung fand am 3. August 1817, dem Geburts' tage des Königs Friedrich Wilhelm III. statt. Die Mitglieder des Actienvereins, durch den dieses Unternehmen zu Stande kam, haben sich um Stadt und Land ein um so größeres Verdienst erworben, je tiefer, ohne diese wohlthätige Anstalt, Neuwieds Fall würde gewesen sein."
Heute, nach fünfzig Iahreu, besteht diese Einrichtung noch, den immer lebhafter gewordene!! Verkehr mit dem linken Nhein- ufer vermittelnd, der seit Eröffnung der rheinischen Eisenbahn noch durch eine Dampffähre für den Personenverkehr erweitert wurde.
