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heit nur geringen oder gar keinen mchlheiligen Einfluß davon empfinden kann.
Ganz anders ist es bei uns. Wir sind oft ein ganzes Dezennium hindurch von Uebcrschwemmungen verschont, während in einein anderen Decennüun solche unangenehmen Zustande oft mehrere Male eintreten und zwar gewöhnlich in einer sehr schlimmen Jahreszeit, im Spätherbst, oder im Winter, oder erst in der Nähe des Frühlings, so daß die Wohnungen sehr dadurch leiden und alle Geschäfte, zuweilen mehrere Wochen hindurch, stocken. Dabei verlangt unser Boden und unsere Vegetation durchaus keiner solchen Durchwässerung.
Neuwied liegt nun nicht allein so auf dem sehr flachen Rheinufer, daß das Nasser des Stromes sehr bald in die Straßen eindringen kauu, sondern es liegt auch noch in dem Bette eines alten Nheinarmes, der dasselbe vielleicht vor vielen Jahrhunderten verlassen hat, der es aber wieder aufsucht, wenn die Höhe der Fluch die gewöhnliche Höhe des Wasserspiegels gegen 30 Fuß überschreitet. Dann tritt der Rhein eine kleine halbe Meile oberhalb der Stadt, da, wo derselbe eine große Biegung nach Westen macht, in das Feld und strömt mit reißender Gewalt auf Neuwied los. Früher wachte diese Strömung die Verbindung der oberen uud unteren Stadt« lheile in Kähnen sogar gefährlich; im Jahre 1823 ist aber nahe oberhalb der Stadt ein bedeuteuder Damm aufgeführt morden, da der alte Damm unterhalb Engers durchaus ungenügend war, der War das Eindringen des Wassers nicht hindert, aber die Strömung ganz beruhigt, so daß der Luiseupiatz dann mehr eiuem stillen See gleicht. Das Wasser dringt aber noch von einer dritten Seite, v°n Nordwesten mit der Wied, hier ein: dann sind nicht selten die oberen und die untersten Stadttheile überschwemmt, während die mittlere Stadt noch ganz frei ist. Nur die obersten, am östlichen Ende der Stadt gelegenen Häuser, bleiben auch bei den höchsten Wasserständen verschont. Aber die Keller sind mehr oder weniger von Wasser angefüllt, das bei langsamem Steigen dnrch die Erde eindringt, oder bei schnellein Steigen oder in wasserdicht gewölbten Kellern, oft mit heftigem Geräusch, durch die Fenster einströmt.
Es ist eine höchst eigenthümliche Erscheinung, wenn man die Straßen überall mit Wasser angefüllt sieht, aus dem die um die
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