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Hinter dem Schlosse dehnt sich der fürstliche Park, dem Rheine entlang, fast eine viertel Stunde bis zur Mündung der Wied aus, einen Raum von über 98 Morgen umfassend. Dieser Schloßgar- ten, mit den lieblichsten Alleen, Boskets, Blumenbeeten, Baumgruppen, dein Publikum ganz unbeschränkt geöffnet, bietet die herrlichsten Promenaden, sowohl mit freier Aussicht auf den ruhig dahin strömenden Rhein und auf die linksrheinischen und nach Norden auf der rechten Rheinseite liegenden Berge mit den malerisch gruvpirteu Dörfern, als auch ganz einsame Wege und Ruheplätze, von Baum« und Gesträuchpflanzungen beschattet, im Innern des Gartens. Künstliche Teiche und andere Wasserkünste fehlen, da Alles gegen den prächtigen Spiegel des Rheines in den Hintergrund treten würde. Zahllose Vögel, besonders Nachtigallen, beleben im Frühling den herrlichen Raum. Hier steht auch, in der Nähe des Rheines, überschattet von drei alten Ulmen, 1000 Schritte von dem Schlosse entfernt, das Denkmal des Heldenprinzen Victor. ")
*) Als im Jahre 1863 auch in Neuwied das Andenken an die vor bO Jahren erfolgte Befreiung des deutschen Vaterlandes festlich begangen wurde, als der Blick sich zurücklenkte auf die Helden, die ihr Blut für deutsche Ehre und deutsche Freiheit dahin gegeben, da wurde in unserer Stadt auch die Erinnerung au den Heldentod des Prinzen Victor zu Wied wieder le> beudig und tcins von den alten Liedern schlug in unserer Mitte auf's Neue mächtiger ein, als E. M. Arndt's Lied vom Siegerich, von dem „kühnen SchlachteN'Leucn, der, ob er auch in Spanien fiel, doch sür das deutsche Vaterland starb." Schon damals entstand der Gedanke, ob nicht ein Denk» mal des cdeln Prinzen für unfere Stadt das schönste Erinnerungszeichen an jene großen Tage fein würde. Und als nun am 15. Mai 1865 das fünfzigjährige Jubiläum der Vereinigung der Rheinlande mit Preußen ge< seicrt wurde, da gelangte dieser Gedanke zu lebendiger Gestaltung. Es bil> dete sich ein Comitö von Männern, welche die Verwirklichung der Idee in ihre Hand nahmen, einer Idee, die sich alsbald des Beifalls und der eifrigste» Förderung unseres Fürstenhauses zu erfreuen hatte. Unfere alluerehrte Fürstin wählte und gewährte einen trefflichen Platz für das Denkmal in unfern' herrlichen Schloßgarten; Hr. Nob. Kau:r in Kreuznach fertigte mit lünslleri« scher Hand das dem Denkmal einzuprägende Portrait<Medaillon aus cara» tischen, Marmor, nnd ein Mitglied des Eomites, Herr Kreisbaumeister Ruh' nau, entwarf den Grundriß des ganzen Denkmals, und leitete später mit liebevoller Hingabe seine Ausführung.
Am 20. Sept. 1866, dem Tage des feierlichen Einzuges des siegreiche» preußischen Hecres in Berlin, sand auch die Enthüllung des Prinz-Victor«
