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so hat sich auch der städtische Musikverein 1867 auf unbestimmte Zeit vertagt. An dessen Stelle ist seit dem Winter 1868 der Orchester-Verein, »»ter Leitung des Herrn Wohlfahrt, getreten. Außerdem wirken einzelne Kräfte »och eifrig, indem sie in kleineren Kreisen Uebnngen und treffliche Aufführungen zu Stande bringen, so Herr Steinhause», Musiklehrer des Seminars, Herr Nohl, Lehrer a» der höheren Bürgerschule u. A. Auch in der Brüdergemeinde finden vor bestimmten Kreisen einzelne aus­gezeichnete Aufführungen statt. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch die Geschicklichkeit nnd den ausgebreiteten Ruf der Gebrüder Weil im Orgelbau und ihrer eigenthümlichen Erfindungen darin zu gedenken.

Weltbekannt ist das reiche und schöne Naturalien-Kabinet, von dem Prinzen Maximilian gesammelt und in dem einzeln­stehenden Fasuneriegcbäude im fürstlichen Garten aufgestellt. Es ist das Resultat seiner Reise nach Brasilien (leider ist fast Alles, was er auf einer späteren Reise in Nordamerika gefammelt, auf dem Mississippi zu Grunde gegangen) und eines fortgesetzten eifri­gen Sammelns durch Kauf und Tausch. Der Raum gestattet es nicht, in eine nähere Schilderung des Kabinets einzugehen, da nur eine sehr eingehende im Stande ist, dem Leser einen Begriff davon zu geben. Doch verdienen die Vögel, namentlich die Pa- pageien, die Singvögel, die Paradiesvögel, die Colibris, sowie die Schlangen, die Affen u, s. w, besondere Erwärmung. In hohem Alter hat sich der Prinz noch dem Studium der Fische zugewendet, zahl­reiche in- und ausländische Arten gcsammelt, ausgestopft und mit den natürlichen Farben bemalt. Es ist sehr zu wünschen, daß diese Vortreffliche Sammlung, das herrlichste Denkmal des trefflichen Prinzen, auch so erhalte» bliebe!

Im Jahre 186! bildete sich der Verein für Naturkunde, Garten- und Obstbau, welcher gegenwärtig an 180 Mitglieder zählt. In der Regel finde» monatlich zwei Verfammlungen statt. Der Verein besitzt eine so vollständige Mineraliensammlung aus hiesiger Gegend, wie sie wobl selten in Privatbesitz zu finden sein dürfte. Präparirte Tbiere, ein der rheinischen

Flora, etwa 8000 Handstücke von Mineralien, geologische Karten, vhysikalische uud chemische Apparate, nalurwissenschaftliche Schrif­ten, sind im Besitze des Vereins. Der verstorbene H. Rei'