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Die Zahl der wirklichen und temporären Mitglieder beträgt über 100. Im Sommer finden Garten-Concerte und im Winter Gesellschafts-Bälle statt.
Vtwtrbt und Handel,
Die Gewerbthätigkeit ist in Neuwied verhältnißmäßig so groß, wie in wenigen anderen Städten des Nheinlandes, und manche größere Stadt wird darin von ihr übertroffeu. Neuwied bringt die verschiedenartigsten Gegenstände des menschlichen Fleißes in den Verkehr, und wer uon unserer Stadt spricht, gedenkt vorzüglich ihrer gewerblichen Production.
Wie könnte es auch anders sein, wenn wir an die Entstehung der Stadt und ihren vorzüglichsten Regenten, den Grafen Friedrich Alexander, gedenken? Menschen, die in jenen dunkeln Zeiten der Intoleranz Vaterland und Freunde verlassen, um da ihre Wohnstütte zu begründen, wo man sie ihrer Ueberzeugung leben ließ, sind gewiß nicht solche, die sich dem Schlendrian des alltäglichen Lebens hingeben, sondern die bereit sind, zu denken, zu wirken und zu schaffen! So kam es denn auch, daß uoch nicht zwanzig Jahre seit der Gründung vorüber gegangen waren, als man schon manchen Bedarf von hier beziehen konnte.
Friedrich Alexander aber brachte die Gewerbethcitigleit in hohen Schwung, da er nicht allein viele Gewerbetreibende hierher zog uud begünstigte, sondern auch selbst mancherlei Anstalten ins Leben rief.
Der Graf ließ auf dem Rasselst eine bei Neuwied eine neue Eisenhütte, einen Blechhammer nnd die sogenannte kleine Fabrik erbanen, nnd errichtete daselbst eine Salpeterhütte, eine Pulvermühle, eine Vohrmühle für Flintenläufe und Kanonen, eine Echarlachfärbcrei und eine Potaschsiederei. In dem Schlosse Friedrich st ein errichtete er eine Spinnerei und Tuchweberei, verbunden mit einer Zucht- und Erziehungsanstalt; iu Neuwied selbst gründete er „zum Nutzen nud Besten der Unterthanen und zur Verminderung der Armuth und müßigen Jugend" eine Baumwollenspinnerei unter eiuem Director und Spinnmeister, welche am 24. März 175,5 ein besonderes Reglement erhielt. Die Wollen-
