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die Alaunbereitung vorgenommen. Dieses Alaunwelk ist das äl­teste im Rheinlande.

Die Aufnahme der Brüdergemeinde uud ihr solider Gewerb­fleiß unterstützte die Bestrebungen Friedrich Alexanders in einem hohen Grade. Ihre Fabrikation der Porzellan-Kachelofen (sog. Herrnhuter Oefeu), so wie anderer Gegenstände, erlangte bald be­deutenden Ruf und ausgebreiteten Absatz. Unter allen aber ragte der Kunsttischler David Röntgen hervor, dessen Vater Abraham sich 1753 als Kunsttischler (Cabinetschreiner) in Neuwied nieder­gelassen hatte. 1772 übernahm D. Röntgen das Geschäft, das er zu einem der berühmtesten Geschäfte in Deutschland erhob. Unter seiner unmittelbaren Aufsicht wurden die kostbarsten Holz­arbeiten Verfertigt, die sich durch reiche Verzierungen und Mo­saik rmszeichneten. Ueber 100 Hobelbänke waren in Thätig- leit, acht bis zehn Vroncearbeiter uud eben so viele Schlosser und Mechaniker. Eine schöne Auswahl seiner Arbeiten findet sich in der Eremitage zu Petersburg; es giebt jedoch kaum ein königliches Schluß, in welchem nicht noch von feinen Prachtarbeiten zu finden sind. Die Blüthezeit des Geschäftes war von 178090. Eine Zeit lang stand er in Verbindung mit dem ausgezeichneten Kunst- Uhrmncher Peter Kinzing (geb. 21. Dec. 1745, gest. 1. Jan. 1816), einem Mennoiiiten und einem wahren mechanischen Genie.') Dieser verfertigte Spieluhren, sowie astronomische Uhren, wie eine solche noch im königlichen Schlosse in Berlin steht. Diese

*) Kinzing, der weltberühmte Uhrmacher, war nicht blos ein ausge­zeichneter Künstler, er war auch ein edler Mensch, Eines Tages lommt ei» Nachbar, ein Wollspinner, freudestrahlend in Ninzings Arbeitszimmer und erzilhlt, daß er 5000 Guldeu geerbt habe; nun würde er sein Handwerk aufgeben und sein Spinnrad, das ihn so oft geärgert, in tausend Stücke schlagen. Vergeblich sucht K. ihm seinen Entschluß auszureden und erlangt nur endlich so viel von dem Glücklichen, daß er sein Spinnrad nicht zer« schlägt, sondern es Kinzing überläßt. Nun ging der Wollspinner hin, rief seine Iugendsreunde zusammen und lebte alle Tage mit ihnen herrlich und in Freuden, ja, er gab ihneu noch einen tüchtigen Tagelohn, als sie ihm klagte», daß sie auf diese Weise Nichts verdiente», ihre Fraue» schimpfte» und ihre Familien darbten. Eines anderen Tages lommt der Wollspinner lies gebeugt zu Ninzing, ängstlich fragend, ob er das Spinnrad anfbewahrl habe. Dieser, der das Ende vorausgesehen, übergab ihn, dasselbe und dem gänzlich Verarmten »och eine Geldsumme zum Wiederbeginn des Geschäft«-