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industrielle Unternehmungen, unter Andern auch eine große Cichorieu- fabrik, genau kennen zu lernen. Da dieser Industriezweig am Rheine nirgends vertreten war, so kam er auf den Gedanken, denselben dort einzuführe,! und eine Cichorienfabrik in Neuwied, seiner Vaterstadt, zu begründen.

Bekanntlich gehören zur Errichtung einer Cichorienfabrik, we­gen der vielen Baulichkeiten, den inneren Einrichtungen, den Be­triebfonds zur Beschaffung des Rohproducts, große Capitalieu und N. war gauz mittellos.

. Im Jahre 180C, kam Christoph Neusch von Braunschweig wieder »ach Neuwied zurück, arbeitete rastlos, bei Tag und Nacht, in seiner Schreinerwerkstätte, verfertigte Möbel zur Bestreitung seines Unterhalts, und iu allen freien Stunden Modelle uud Ge- räthschafteu für seine projectirte Fabrik,

Sein Vater, durch die unglückliche!: Kriegsjahre sehr schwach gestellt, tonnte fast gar nichts für ihn thun; doch kam, unterdessen Bürgschaft, endlich ein Darlehn von drei Hundert Gulden für den Sohn zu Stande. Diese kleine Summe ist als das Grundcapital zu be­trachten, womit die nun so ausgedehnte Lichoricnfabrikation be­gonnen wurde. Ehre dem Manne, der alle Hindernisse besiegte!

Die Landwirthe hatten zu jener Zeit am Rheine auch nicht nie geringste Idee von der Cultur der Cichoricnwurzel. Deshalb mußte es die erste Sorge unseres jungen Unternehmers sein, einige Morgen Ackerland zu pachten und diese zu seinem Zwecke mit Cicho- Nensamen, den er aus Brannschweig mitgebracht, selbst zu bestellen.

Während diese Felder ihren Ertrag entwickelten, war auch die Einrichtung der Cichorienfabrik noch in sehr kleinem Maß­stäbe, in dem beschränktem Naume eiues Hinterbane?, fertig ge­worden, so daß im Herbste 1807, nachdem die Wurzeln einge­erntet waren, auch sofort mit der Fabrikation begannen werden konnte. Die Qualität der erzielten Waare war, da der Fabrikant dieselbe mit der größten Sorgfalt eigenhändig bereitete, vorzüglich uud fand sehr raschen und guten Absatz.

Ans dem erzielten Gewinne konnte im folgenden Jahre schon "ue größere Quantität von Cichorienwurzeln gezogen und fabricirt werden uud so »ahm, dnrch Fleiß, Umsicht und Thätigkeit, das Geschäft von Jahr zu Jahr zu. Fortwährend wurden Felder ge­pachtet oder augesauft, um Rohmaterial zu erhalten.