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Die ihm vorgeworfene Bedrückung seiner Unterthanen trug er un­verschuldet: sie war die Folge der schweren Zeiten. Seine Duld­samkeit gegen alle Glaubenspartheien in jenen sinsteru Zeiten blu­tiger Verfolgungssucht, lassen uns in ihm einen vortrefflichen Menschen erkennen. Besonders ist aber seine Schöpfung, die Stadt Neuwied, verpflichtet, sein Andenken in Liebe zu bewahren.

Friedlich Wilhelm, G»aj zu WicdNcuwied 1706-1737.

Der jugendliche Graf Friedrich Wilhelm, geb. am 5, Nov. 1684, ergriff 1706, nachdem er acht Jahre unter Vormund­schaft gestanden und seine Erziehung in Verlin genossen, die 3!e< gierung seines Landes. Im Jahre 1704 hatte er sich mit der schonen und geistreichen Luife Charlotte, Vurggräfin vonDohna zu Schlobittcn, vermählt. König Friedrich I. ertheilte ihm aw Vermählungstage den schwarzen Adlerorden. Zunächst bewohnte er die Sccburg, da das väterliche Schloh zu Neuwied noch unbe­wohnbar war und nahm sich seiner durch den spanischen Erbfolge­krieg hart bedrängten Unterthancn kräftig an. Eine im Iah" 1706 mit Frankreich getroffene Uebereinkuuft hatte die Folge, daß die Grafschaft Wicd von Kriegslieferungcn fortan frei blieb.

Im Jahre 1707 wurde der Neubau des Schlosses begönne" und in fünf Jahren, ohne die Seitenflügel, beendet. Der ganze