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In demselben Jahre erhielt der Fürst von den Abteien Sieg­burg und Laach die Höfergerichte zu den Landgerichten Grenzhausen und Alsbach; es blieben jedoch noch immer die von Kurtrier auf das Haus Nassau übergegangenen Streitigkeiten und Prozesse wegen des Dorfes Irlich, das nach der alten Reichs- und Kreismatrikel zu Wieb gehörte, unentschieden. Mehrere weitere Verordnungen des jungen Fürsten zeugten von seinen tiefe» Einsichten und seinem vortrefflichen Willen. Aller Pracht und Verschwendung abgeneigt, in hohem Grade einfach, ordnungsliebend, gerecht und thätig, von wahrhaft deutschem Sinne, dem französischen Einfluß durchaus abgeneigt, schien nach den heftigen Stürmen des vorigen Io.hr- zehends eine glückliche Zeit in das Land einziehen zu wollen; aber das Schicksal hatte es anders bestimmt. Im Jahre 1806 bildete eine große Anzahl deutscher Fürsten, unter dem Protektorate Na­poleons, den Rheinbund, unter ihnen auch die Fürsten von Nassau, und der Fürst Angust, dem deutschen Vaterlande treu bleibend, mußte sein väterliches Erbe, sein theures Land, an jene abtreten!

Die neue Morgenröthe Deutschlands begann; siegreich wurde der Freiheitskrieg geführt und die Herrfchaft Napoleons gebrochen. Der Congreft zu Wie» ordnete die Verhältnisse Europa's und Deutschlands. Die Kriegsstürme hatten die meisten der dreihundert Staaten und Stätchen Deutschlands geknickt: sie sollten nicht wieder aufgerichtet werden. Der Congreß bestimmte, daß die alten deutschen Neichsgrafen ihre Selbständigkeit verlieren sollten, uud dieses Schicksal traf denn auch unfern Fürsten. Ein großer Theil des Landes kam unter preußische, eiu kleinerer Theil, fast ganz Wied-Runkel, blieb unter nassauischer Hoheit.

Die Fürsten von Wied blieben mediatistrt.

Am 11. Juli 1812 vermählte sich der Fürst August mit der Prinzessin Sophie Auguste von Solms-Vraunfels; der Ehe entsprossen zwei Prinzen und zwei Prinzessinnen, von welchen der Prinz Hermann dem Vater 1886 in der Negierung folgte, die Prinzefsin Luitgard sich 1882 mit dem reg. Grafen Otto vou Solms-Laubach vermählte, der Prinz Otto in seiuem 1?. Lebensjahre starb nnd die Prinzessin Thecla ihr der Wohlthätigkeit und dem Streben nach wissenschaftlicher Erkenntniß geweihtes Leben bis fast zu 50 Jahren brachte.

An: 31. März 1814 wohnte der Fürst dem Einzüge der Verbündeten zu Paris bei.