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also durchaus den Stempel einer edlen bevorzugten Natur. Nur einer seit vielen Jahren ihn hemmenden Kränklichkeit, vielleicht auch einer damit zusammenhangenden Schüchternheit, ist es zuzuschreiben, daß er weniger als manche ihm in Bildung uud Gesinnung weit Nachstehende mit seinen Gaben hervortrat."
Als ältester Sohn, geb. am 23. Mai 1814, des Fürsten Johann August Karl, folgte er dem am 24. April 1836 Verstorbenen Vater. Früher schon hatte er in Göttingen studirt und Reisen durch Deutschland und Frankreich gemacht; dann war er bei der Königlichen Garde in Verlin eingetreten, wo er der Liebe des Königlichen Hauses sich zu erfreuen hatte. Zu dem großen russischen Feldlager zu Kalisch, im September 1835 befehligt, legte er hier, durch ein unvorsichtiges Bad, den Grund zu jener Kränklichkeit, die auf sein ganzes Leben hemmend einwirkte und seinen so frühen, allgemein fo schmerzlich betrauerten Tod herbeiführte. Am 20. Juni 1842 vermählte sich der Fürst mit der durch die trefflichste» Eigeuschafteu geschmückten Prinzessin Maria von Nassau. Dem nur durch die fortdauernde Kränklichkeit des Fürsten oft getrübten Ehebunde wurden drei Sprößlinge geschenkt, von welchen die Prinzessin Elisabeth am 29. December 1843, der Fürst Wilhelm am 22. August 1845 und der Prinz Otto, ein hochbegabtes, aber stets kränkliches Kind, am 22. Nov. 1850 geboren waren.
Wie sehr der Fürst bei diesen glücklichen Familien-Ereignissen seiner guten Stadt Neuwied gedachte, beweisen die jedesmaligen ansehnlichen Geldsummen, die er zu Stiftungen für Arme dem Stadt-Magistrat übergab.
Ueberhaupt war sein ganzes Leben von einer Humanität durchwebt, die nur das Produkt eines wahrhaft dnrchgebildeten Geistes und eines acht religiösen Gcmüthes sein konnte.
Die Zeitereiguisse von 1848 bewegten ihn sehr lebhaft und sehr bald warf er eine Menge von Vorrechten freiwillig hinweg, die ihm in den Geist der Zeit nicht zu passen schienen. Die Verhältnisse nöthigten ihn jedoch später, sein Geschenk zurück zu nehmen. .Im Herrenhause vertrat er lebhaft liberale Richtung. Doch zog er sich bald aus der Oeffentlichkeit zurück und bereiste 1852 und 1853 Nordamerika und Cuba, wo er seine Gesundheit wieder herzustellen hoffte.
Die Briefe, 19 an der Zahl, welche er von dieser Reise au
