22?
Hermann, Fürst M Med.
War es uns vergönnt, eine Reihe von Lebensbildern trefflicher Mitglieder unseres verehrten Fürstenhauses zu entrollen, so kommen wir zuletzt noch zu dem Fürsten Hermann zu Wied, der als Mensch, Denker und Christ eine hohe Stelle unter unseren Zeitgenossen errang. Ist sein herrliches Streben nicht zu allgemeiner Kenntniß gekommen, so liegt es nur daran, daß er sich mit den höchsten Gegenständen des Denkens befaßte, die nicht in den Gesichtskreis des großen Publikums dringen und daß er die Früchte seines Denkens und Strebens, aus edler Bescheidenheit, mit dem Schleier der Anonymität verhüllte.
Hermann, Fürst zu Wied. Hören wir das Urtheil eines gewiegten Mannes, eines kompetenten Gelehrten, des Professors der Geschichte an der Universität M Verlin, Heinrich Geizers, über ihn'): „Wer dem Entschlafenen näher stand, der erkannte in ihm eine seltene geistige Begabung mit herzgewinnender Lauterkeit des Characters verbunden,
*) Protestantische Monatsblätter für innere Zeitgeschichte :c. von Dr. H. Geiz er. 1865. April. Zur Erinnerung an den Fürsten Hermann »u Wieb. 15»
