260

Herzog Borzivog II. und der junge Graf von Groitsch als Ge­fangene auf Hammerstein und zwischen 1112 und 1114 starb hier in Banden Hermann, ein Sohn Ludwigs des Springers, Grafen von Thüringen.

Wer die ersten Vewahrer der Burg waren, ist ganz in Dunkel gehüllt; doch erscheint zu Anfang des 11. Jahrhun­derts (1019) ein Graf Otto, der letzte Sprößling des alten conmdinischen Geschlechtes, welcher 1036 oder 1038 starb und in Betracht aller Verhältnisse ein Graf vonHammerstein gewesen sein muß. Rührend sind die Beweise treuer Anhänglichkeit Otto's zu seiner Gemahlin Irmgard; wegen zu naher Verwandtschaft wollte die Geistlichkeit diese Ehe nicht dulden und verhing schwere Verfolgungen über das treue Paar. Erst1118 treten Engelbert und Ludwig von Hammerstein, ersterer als kaiserlicher Legat, auf. Aber erst am Ende des 12. Jahrhunderts finden wir Arnold und seine Söhne Arnold undIohann, alsBurggrafen von H a m merstei n. Welche Verpflichtungen den Burggrafen oblagen, geht aus einem Schreiben Kaiser Ludwigs von 1331 hervor: Wir mahnen Dich, eingedenk zu sein, daß Du unser uud des Reiches Burg­gras bist und daß die Feste, die Du inne hast, uns und auch des Reiches Dienern offen sein soll, als des Reiches Feste durch Recht.

Es bildeten sich zu Anfange des 13. Jahrhunderts zwei burg­gräfliche Linien, die Iohannifche, welche vor 1410 mit Wilhelm und die Aruoldische, welche gegen 1419 mitLudwig vonHam­merstein erlosch.

Die Burggrafen verloren im Jahre 1374 ihre Neichsunmit- telbarkeit, indem Kaiser Karl IV. die Lehensherrlichkeit derselben an den Erzbischof Kuno von Trier übertrug. Die Lehensträger über beeilten sich nicht, diese Oberhoheit anzuerkennen. Sie hatten auch noch andere Besitzungen, zu Einzig, in der Eifel, zu Hönningen, zu Engers, Bendorf u. a. a. O. Das Wappen bestand aus drei rothen Hämmern in goldenem Schilde.

Außer den alten Burggrafen nannten sich auch mehrere andere ritterbürtige Geschlechter von Hammerstein, die von Blanken- berg, genannt Hammerstein, die von Hammerstein zu Andernach, Coblenz und Sinzig, die zwar, statt der Hämmer, ein gezahntes Kreuz sührten. Von welchem dieser Geschlechter das noch jetzt in Hannover blühende Grafengeschlecht herstammt, ist ungewiß-'