299
(935'), Hundsdorf und Grenzau. Ueber dem letztgenannten Orte erheben sich auf einem Vorsprunge in der halben Höhe der Thalwände, die Trümmer der
Burg VrenM,
einer der Stammburgen des alten isenburgischen Grafengeschlechts, von Heinrich I. um l 200 erbaut. Eine recht interessante Excursion von Neuwied aus, ist es, sie zu besuchen, indem man durch das Sarmthal nach Iseuburg geht, von hier bergan nach Caan und Nauort und bergab nach Grenzau wandert und dann über Grenzhausen durch ein reizendes Thal nach Vallendar hinabgeht.
Ohne uns mit der Geschichte der Burg aufzuhalten, sei es uns hier nur vergönnt, eine interessante Episode aus derselben nntzutheilen.
Reinhard, Graf von Westerburg, ein treuer Anhänger Kaiser Ludwig des Vaiern, hatte sich mit dem Erzbischof Balduin von Trier verfeindet, der von Ludwigen abgefallen war und dem Reiche 1346 in feineni Großneffen Karl IV. einen neuen Kaiser gegeben hatte. Das isenburgische Grafenhaus, ebenfalls in Unfriede mit Kurttier, welches Ansprüche auf Grenzau erhoben und zum Theil durchgeführt hatte, ließ die Gelegenheit nicht vorüber gehen, bei seinem kriegerischen Nachbar, 4>em Grafen von Westerburg, Unterstützung zu suchen. Dieser säumte auch nicht, rückte gegen Grenzau vor, das bereits von einem trierischen Burggrafen verwaltet wurde und eroberte die Burg nm 3, April 1347. Um ihrem Kurfürsten wieder zu seinem Vesitzthum zu verhelfen, zogen am 20. April 134? gegen 80U Coblenzer, besonders ans den Nittergeschlechtern, gegen den Feind aus. Es war ein warmer Tag, als sie hinter Vallendar den Hohlweg hinanf zogen. Die Meisten entledigten sich ihrer Waffen und Nüstungea und ließen sich dieselben von ihren Knechten nachtragen. Aber der Graf hatte sie erwartet und überfiel sie plötzlich aus einem sichern Hinterhalt. Schrecklich war die Niederlage der Coblenzer. Große Trauer herrschte in der Stadt und der Erzbischof Valdnin bot Alles auf, um das Leid zu wildern, obgleich das Unternehmen ganz ohne fein Vormissen geschehen war. Die Limburger Chronik schreibt über diesen Ueber- s"ll: „A„no 1347 da wurde» die von Cobleutz jämmerlich er«
