305
Im Jahre 1791 siel Beudorf an die Krone Preußen, 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß an Nassau und 1815 wieder an Preußen.
Der vortreffliche Boden erzeugt eine reiche Vegetation und auch ans der Tiefe wird ein Eisenerz (Stahlstein, phosphorsanres Eisen) zu Tage gefördert und auf der iu der Nähe gelegenen Hütte des Herrn Nemn verarbeitet, das dem besten schwedischen Eisen gleichgestellt wird.
Die Seidenhaspelanstalt des rheinpreußischen landwirthschaft- lichen Vereins, unter der Leitnng des Herrn Camp Hause», fördert rühmlichst die freilich noch sehr schwache Seidenzucht in der Provinz. Einer weiten rühmlichen Anerkennung erfreut sich auch die Irreuheilanstalt des Sanitätsrathes Dr. Erlen mever, des bekannten Psnchiatrikers. Zwei jüngere Irrenanstalten, von Dr. Vrosius und Dr. Wigand, sind ebenfalls besucht.
Die ltchtsrheinische Mahn.
Diese Bahn, an deren Zustandekommen auch Neuwied sich so lebhaft betheiligte, ist nun in TlMigkeit und wird auch unserer Stadt ihr segensreiches Wirken recht sichtbar zn Theil werden lassen. Die freundlichen Ortschaften der rechten Rheinfeite sind uns nun auf eine höchst erfreuliche Weife nahe gekommen und das Siebengebirge, diefe Perle des mittelrheinischen VerglandeZ, mit seinen interessanten Formationen, mit den malerisch grupvirten Nergkegeln und ihren herrlichen Aussichten, ist uns nun vor die Thüre gerückt und kann als das Ziel eines leichten Nachmittagausfluges betrachtet werden.
Der Theil der Bahn von Neuwied nach Ehrenbreitstein und Cobleuz wurde am 27. October 1869 eröffnet und der Personen-, noch mehr aber der Güterverkehr, hat alle Erwartungen übertroffen. Die Fahrzeiten sind: nach Engers 11, nach Bendorf 18, nach Vallendar 25, nach Ehrenbreitstein 33 nnd nach Coblenz 48 Minuten.
Am 11. Juli 1870 wurde die Strecke Cob lenz-Ehren- breitsteiu-Vouu eröffnet und es betragen hier die Fahrzeiten nach Leudesdorf 11 bis-12, nach Hönningen 25 bis 27, nach Linz 40 bis 4>, bis Unkel 51 bis 52, nach Honnef 00 bis 0t, nach
29
