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Benders.

In geringer Entfernung vom Rheine, auf einer schwachen Erhöhung der Thalsohle schaut der alte Thurm weit in das Ge­filde hinaus. Bendorfs wird zuerst 1093 in der Stiftungsurkunde der Abtei Laach Erwähnung gethan und zwar unter dem Namen Vettendurf. Im Jahre 1105 verschenkte Kaiser Heinrich IV. ein Gutin villa Lsttinäorv" in der Grafschaft Metfrieds, an die Abtei Siegburg. Nach einer Urkunde von 1637 gehörte Bendorf zu den Besitzungen der Grafen von Saun.

Wunderbare Schicksale hatte Nendorf im Verlaufe des dreißig­jährigen Krieges. Nach dem Tode des Grafen von Sann und Wittgenstein, 6. Juli 1636, nahm am 31. Juli die Abtei Laach mit kurkölnischer Hülfe, obgleich sie nur eiuen Hof daselbst hatte, den Ort in Besitz, nahm die Huldigung ein und übte alle Hand­lungen der Landeshoheit aus. Aber schon im Jahre 1638 wurde die Abtei Laach durch den Gouverneur von Ehreubreitstein, Frei­herrn von Metternich, des Ortes verlustig, indem er Vendorf für ein pfälzisches Lehen erklärte, das ihm verliehen sei; er machte sein angebliches Recht mit gewaffneter Hand geltend und erzwang von den Bürgern die Huldigung. Nach siebenjährigem Besitz vertrieb ihn am 11. Februar 1645 der Graf Christian zn Savn- Wittgenstein, der auf sämmtliche Saynische Lande Anspruch machte, wieder mit gewaffneter Hand und empfing die Huldigung. Kaiser­liche und kurtrierische Abmahnungen veranlaßten ihn jedoch sehr bald, das Feld zn räumen, worauf die Abtei Laach wieder Besitz ergriff. Aber der Landgraf Georg zn Hessen-Darmstadt nahm als Oberuormnnd der Sapnischen Erbgräfinnen, am 4. Nov. 164? den Ort ein und verjagte die Klosterbeamten, rännite aber bald wieder, da der nahe bevorstehende Abschluß des Friedens deu Gräfinnen den Weg des Rechtes in Aussicht stellte, den Ort, den nun wieder die Abtei Laach in Besitz nahm und bis 1651 behielt, obgleich der westphälische Friede die gräfliche Nittwe und die beiden Erb­töchter vollständig restituirte. Erst durch die Androhung einer Neichs-Execution gab die Abtei nach und behielt um ihr ursprüng­liches Besitzthum, den Laacher Hof. Obgleich die Erbtöchter Io- hannette und Ernestine 1652 die Grafschaft Saun theilten, blieb doch Vendorf in gemeinschaftlichem Besitze bis zum Jahre 1744, da der Ort durch Erbtheilung an Brandenburg-Onoltzbach fiel.