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Küche und für Keller. In Höhr sind 31 Kannenbäcker; hier werden in neuerer Zeit auch viele feinere Waaren, die sogenannten Siderolithwaaren, gefertigt.
In Grenzhansen wird im Jahr 120 mal gebrannt, wodurch ei» Kapital von 50,000 Gulden repräfentirt ist, das einen Verdienst von ungefähr 19000 Gulden abwirft. Das Alter der hiesige» Industrie ist nicht nachzuweise»; doch hat man noch viele alte Kunstsachcn von hier, wie z. B. im Schloß Stolzenfels. Die älteste Urkunde ist eine zerbrochene Kanne mit Figuren gezeichnet und mit Smalte bemalt, welche die Jahreszahl 1550 trägt. Eine kurtrierische Zunftordnung datirt vom 25. Juni 1643; auch die wiedifchen Dörfer befaßen eine solche. Mit dem Jahre 1816 endete der Zunftzwang, der wie fo vieles Andere, auch hier feine Beschränkungen, aber auch sehr viel Gutes hatte. Die Aufhebung der Zollfchrankeu hat dem Geschäft eine weit größere Ausdehnung gegeben. Gewerbeverein und Gewerbeschule i» Grenzhausen sind ebenfalls für den Fortschritt thätig.
In früheren Zeiten waren Frankfurt a. M. und Köln die entferntesten Orte, deren Messen man bezog. Jetzt betreiben viele Geschäftshäuser die Sache ganz kaufmännisch und ihre Reisenden befuchen fast ganz Europa. Bekannt sind die Hausirer, besonders im westlichen Deutschland, die mit kleinen Karren oder Korben umher ziehen: sie sind aber Fremde und gehören dem Kannen- bäckerlande nicht an.
Die jährliche Ausfuhr wird auf mehr als 480,000 Centner angeschlagen: 300,000 Centner an roher Thonerde, 170,000 Centner Krüge und Steingut und 12,480 Centner Pfeifen in Kisten.
Von Grenzhausen kehren wir durch prächtige Waldungen nach Vendorf in das Rheinthal zurück. Auf das immer mehr emporblühende gewerbliche Vallendar hätten wir gern noch einige Blicke geworfen und anch fein Sommer - Casino an einer der reizendsten Stellen unseres Thalrandes besucht, aber wir müssen uns beschrän. ken. Obgleich durch die Eisenbahn ein Unterschied von nur 7 Min. statt findet, so liegt uns doch in mehrfachen Beziehungen viel näher der ansehnliche und betriebsame, saubere und freundliche Marktflecken
