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Umitz.
Vou Neuwied aus wenig besucht, liegt dieses ansehnliche Dorf eiue halbe Stunde oberhalb Weißeuthmin und spiegelt sich mit seiner im Jahre 1769 neu erbauten Kirche iu den Nelleu des Rheines. Der Weg führt an dem Gutenmnnu vorüber, einer Kapelle, welche uralt uud verfalle», in jüngerer Zeit aus Privatmitteln ueu aufgebaut wurde.
Urmitz, Hornuuge, schenkte K. Heinrich II. am 11. Nov. 1022 seiner Liebliugsstiftung, dem Visthum Bamberg. Die Vogtei kam sehr bald an die Grafen von Saun und 1652 an den Kurfürsten von Trier. Der Antiquarius hält dafür, daß das Visthum Bamberg wendische Arbeiter hierher versetzt habe, wodurch der fremdklingende Name, vielleicht gleichbedeutend mit Ollmütz, entstanden sei.
1825, 1830 und 1836 fanden hier auf dem weiten Gefilde große Kriegsübungcn des 8. Armeecorps statt, das auch ein ausgedehntes Feldlager, einer hölzernen Stadt vergleichbar, errichtet hatte. So stand auch, weiter gegen Kettig und Mülheim hin, 1794 eiu großes französisches Lager.
Engers gegenüber liegt Kalten- (Kahl-) E u g e r s, Vcudorf gegenüber St. Eebastian-Engers (Vastianes im Volksmnnde.)
Die Ncttc.
Fast unmittelbar Neuwied gegenüber mündet die Nette, das liebliche Eifelflüßchen, in den Rhein. Sie entspringt in der Hocheifel in der Nähe des höchsten Eifelberges, der Hochacht (2340'a.H.). Es ist jedoch nur eiue schwache Quelle, der Sellbach, welcher unmittelbar von der Hochacht kommt; die wichtigsten Qnellbäche, der Leim- und der Lederbach, entstehen auf dem fast ganz abgeschlossenen Plateau von Wnstleimbach im Kreise Adenau, das sich fast 1400' über den Rheinspiegel bei Neuwied erhebt. Eiu fast gleich starker Bach ist die Nilz, welche auf dem offenen Plntean von Welcherath und Neimerath im Kreise Adenau, in der Nähe der Nürburg (2207') entspringt und sich, eine Stunde oberhalb Mayen, bei dem Schlosse Bürreshcim (823') mit der Nette verbindet. Auf ihrem Wege begrüßt die Nette die ödesten und die fruchtbarste« Gegenden des Rheinlandcs, die kahlen Heiden Nüstleimbach und das lachende Gefilde vou Coblenz und Neuwied.
