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fahrende Wassersprcngwagen begossen, eine für die Gesundheit und Reinlichkeit nicht zu unterschätzende Wohlthat.

Zur Fortschaffung der Abwässer aus deu Häusern uud auf deu Straßen ist ein Kanalnctz angelegt, welches in den Rhein mündet, Heddcsdorf hat ein gleiches, welches unweit der Mün­dung des Wicdbachs in den parallel desselben laufenden Hammer- graben seinen Inhalt ergießt.

Zu den Wohlfahrtseinrichtnngen dürste noch zu rechnen sein der Anschluß der hiesigen Kaufmanuschaft an die Koblenzer Handelskammer und die geplante Verbindung Neuwieds mit dem Fernsprechnetz KoblenzKöln, sowie die Eröffnung des städtischen Schlachthauses am Sayncr Weg, nahe der Gasanstalt. Haben wir bisher uusern Blick auf den Wohlstand und den Wohlfahrtseinrichtnngen Neuwieds ruhen lassen, so dürfen wir denselben nicht vor den Unglücksfällen und Lchicksalsschlägcn verschließen, welche in dein Zeitraum von etwa zwanzig Jahren die Stadt betroffen haben.

Das Jahr 1870 ließ sich in gewerblicher und geschäftlicher Hinsicht gut an, bis im Sommer desselben Jahres der deutsch- französische Krieg ausbrach und von den Vürgern der Stadt 93 zu de» Fahnen forderte. Mehrere von ihnen und auch etliche bei der Linie des stehenden Heeres dienende Neu- wieder Söhne fanden den Heldenlot auf dem Schlachtfeldc oder nach langem Siechtum im Lazarett). Ihnen ist das Krieger­denkmal auf dem Marktplätze gewidmet, das von dem Neu­wieder, Alfred Reichet, ausgeführt, am 31. Inli 188? ein­geweiht wurde.

Als Kaiser Wilhelm 1. ruhmgctrönt aus Feindesland zurück­kehrte, ward ihm seitens der rheinischen Städte in Saarbrücken ein großartiger Empfang bereitet, dem auch deputirtc Nenwieder aus dem Stadtrate beiwohnten.

Das Jahr 187tt war reich an Unglücksfällen. Im März dieses Jahres trat der Rhein aus seinen Ufern und überschwemmte einen großen Teil der Stadt. Zu dieser Hochflut gesellte sich am Sonntag den 12. März ein Orkan, welcher an Umfang und Heftigkeit alles bisher derart erlebte bei weitem über­traf, vielfach die Dächer zerstörte und namentlich in dem schönen Schloßparke arge Verwüstungen anrichtete, hunderte von