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starken Bäume, welche noch Jahrhunderte überdauert hätten, total entwurzelte und sie samt dem unter ihnen stehenden Strauchwerke chaotisch durch- und übereinander wirbelte. Wer die idyllische Schönheit des Parkes gekannt hatte, konnte sich eines tief schmerzlichen Gefühls beim Anblick seiner Trümmer nicht erwehren.
Das Hochwasser war auch in die schöne Kirche der euang. jünger« Gemeinde gedrungen und hatte dieselbe fencht, kalt nnd ungesund gemacht. Die Sommerwärme vermochte nicht, diesen Übelstand dauernd zu beseitigen; deshalb begann man zeitig mit dem Einheizen, was wahrscheinlich die Ursache der Entstehung des Brandes war. Am Donnerstag den 24. Oktober, Abends 6 Uhr, stand der Dachstuhl der Kirche in hellen Flammen lind trotz aller angewandten Hilfe brannte das Gotteshaus bis auf die kahlen Mauern nieder. Nur Weuiges konnte gerettet werden. Nach 12 Stunden war alles nur noch ein qualmender Trümmerhaufen.
1882. Reiche Regengüsse halten während des Sommers und Herbstes den Boden allenthalben getränkt, die Ernte mußte sozusagen von den Ackern gestohlen werden, und vieles Grasfutter verfaulte auf den Wiesen, ehe es trocknete. Bange Besorgnisse erfüllten alle Gemüter. Alle Gewässer trateil aus ihren Ufern, namentlich der Rhein schwoll schreckenerregend an, und am 28. November erlebte die Stadt ein Hochwasser wie im Jahre 1845. Nur wenige der höchst gelegenen Puutte der Hermann- und der Bahnhofstrahe blieben von der nassen, unliebsamen Einquartierung verschont, während in den niederen Stadtteilen alle Erdgeschosse bis fast zur Decke mit dem feuchten Elemente erfüllt waren. Die Nasser verliefen sich nach mehreren Tagen, allein die Nheinhöhc blieb stets eine drohende, und vom Oberrhein kamen täglich Hiobs- posten von neuen Überschwemmungen.
Zwischen Weihnachten und Neujahr trat eine abermalige Überflutung ein, doch nicht so hoch als die erste, aber desto länger andauernd. Daß viel Not in der Stadt herrschte, namentlich bei der verdienstlosen ärmern Volksklasse, daß viel Schade» verursacht worden ist an nnd in den Häusern, in den Gärten und auf dem überschwemmten Felde, läßt sich leicht denken. Aber auch die hilfreiche Hand der Liebe war allenthal-
