55

öfters in der (römischen) Burg zu Coblenz, oder auch in dem Palaste zuOchtendung residirten. Man sieht, dah unser Thal m jeuer Zeit für seine Beherrscher sehr anziehend war.

Venantius Fortun atus, um das Jahr 530 bei Treviso m Oberitalien geboren und im Jahre 576 zum Priester geweiht, verkehrte vielfach mit dem austrasischen Königshofe, wo er in gro­ßer Gunst stand. In einem Gedichte ,I)s ug,viFio8u.o« besingt er eine Moselreise von Metz bis Andernach und gibt darin auch einige Mittheilungen über den königlichen Hof zu Andernach, woraus hervorgeht, daß der Rheiu damals an der königlichen Burg vorüber floß. Ta dieses Gedicht wohl das älteste ist, worin unseres Thales gedacht wird, so sei es vergönnt, die betreffende Stelle hier mitzutheilen. -Nasch zu den Mauern hinab an die llntoimachische Festung

Fahr ich dann nahe hinan, weiter getragen uom Boot, ^leh'n auf Hügeln dahier m geräumigen Reihen die Neben.

Dehnt NIachfeld fruchtbar sich an dem andern Gestad. Doch vorzüglicher fcheint Reichthum dort prangender Uandfchaft,

Neil noch zweiten Ertrag erntet das Volt aus der Flut, ^ihen die Kön'ge nun vor auf Sesseln im Königsgehöfte,

Ehrend das festliche Mahl dnrch das Negüngniß des Tisch», Schnu'n nach den Netzen sie hin, wo der Salm in Neisig gehnscht wird,

Und auszahlt er die Fisch', während er thront in der Burg, Gütlich thut sich der König beim Mahl, da springet der Fisch hoch

Auf aus der Fluth und der Hof freut sich der nahenden Beut'. ^°rt nun befchaut Er den günstigen Fang und beglücket den Hofstaat

Hier; erst lobt er das Aug', d'rauf dann genießt er das Mahl.' Und nun erscheint alsbald der Bewohner des Nhenus getragen,

Und manch' anderer Fang, Gabe dem König am Tifch. ^ange gcwähre doch Gott solch' Schauspiel unseren Herren;

Aber Ihr jelber gemährt freudige Tage dem Volt! Gnädigen Blickes vergönnt, daß jeglichem Freude zu Theil wird',

Und es befelige Freud' Eueres Haupt's Diadem"

Uebersetzung von Prof. Ed. Bücking.

Die Ichlacht bei Andernach-

Nach blutige» Kriegen zwischen den Söhnen Ludwigs des Frommen, den Enkeln des großen Kaisers Karl, sollte schon im Jahre 839 eine Theilung der mit so schweren Kämpfen zusammen­gebrachten Monarchie, zu Coblenz stattfinden; die Versammlung