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Karl den Kahlen erfolglos geblieben war, und am 8. Oktober 876 fand der Kampf statt, auf dem Maifelde zwischen Andernach und Rübenach, in welchem die Deutschen jenen ungerechten An­maßungen siegreich entgegentraten und Ludwig III. sein väterli­ches Erbe behauptete.

Diese Schlacht ist nicht allein für unsere Gegend von Bedeu­tung, sondern sie ist die erste Entscheidungsschlacht zwischen deutschem Rechte und fränkischer Anmaßung. Diese Anmaßung trat denn auch Jahrhunderte lang nicht wieder zu Tage, da ja selbst große Theile des jetzigen Frankreichs bis über die Rhone hinaus, Pro» vinzen des mittelalterlichen Deutschlands waren, bis die unseligen Religionskriege, die Schwächung unseres Vaterlandes durch seine zahllosen Fürsten und durch die erbärmliche Negierung Kaiser Leo- pold's I. von Ludwig XIV. mit so großen Erfolgen für densel­ben wieder hervorgerufen wurden.

Doch wir wollen von der denkwürdigen Schlacht bei An­dernach sprechen, über die uns drei Berichte vorliegen, von einem Deutschen, dem Verfasser der Annale« des Klosters Fulda, von einem Lotharingier, dem Abte Regino von Prüm, und von einem Franzosen, dem Erzbischof Hinkmar von RHeims. Bei dem großen Interesse, das diese Begebenheit auch für unsere Ge­gend hat, mögen alle Berichte hier in deutscher Uebersetzung folgen und lassen wir mit gewohnter deutscher Höflichkeit, den Franzosen, Erzbischof Hinkmar, zuerst sprechen:Der Kaiser (Karl der Kahle) aber brach, nachdem er seine Mannschaften geordnet, am ?> Octobcr Nachts auf, ließ die Fahnen entfalten und zog auf engen und steilen, ja fast ungangbaren Wegen vorwärts, um seinen Neffen und die Seinigen ganz unvermuthet zu überfallen; so kam er nahe bis Andernach, die Menschen und Pferde ermattet von dem schweren und steilen Weg und dem Regen, der die ganze Rächt auf sie niedergeströmt war. Und siehe, plötzlich wurde Lud­wig und den Seinigen gemeldet, daß der Kaiser mit starkem Heer Legen ihn heranziehe. Er aber behauptete mit denen, welche er bei sich hatte, seine Stellung, und als die Haufen des Kaisers an­griffen, leistete er tapferen Widerstand, so daß das Heer des Kai­sers die Flucht ergriff und er selbst verfolgend hinter dem Kaiser hereilte; der Kaiser aber vermochte kaum mit Wenigen sich durch bie Flucht zu retten. Viele aber, die hätten entfliehen können.