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Der trnchlMchc Krieg 1583.

Dieser merkwürdige Krieg, der besonders das Erzstift Köln verwüstete, hat auch unsere schone Heimath hart betroffen. Zunächst entbrannte er, wie der trojanische Krieg, durch eine schoue Frau. Aber je nachdem eine Parthie siegte oder unterlag, galt es um die Herrschaft des Protestantismus oder des Katholicismus am Rheine.

Der Graf Salentin vou Ifenburg war bis zum Jahre 157? Erzbischof und Churfürst von Köln gewesen und hatte dann, mit kaiserlicher und päpstlicher Bewilligung, alle seine Würden nieder­gelegt, um sich mit der Gräfin Maria Sidonia von der Mark zu vermählen. Zu seinen: Nachfolger wurde der Graf Gebhard Trnchfeß von Waldburg gewählt, ein gelehrter und feuriger Herr, noch iu den besten Mannesiahren. Er liebte aber die fchöne Gräfin Agnes von Mansfeld und sie ihn wieder, und das wäre so schlimm nicht gewesen, wenn er nicht Erzbischof von Köln war. Der Reforma­tion fchon feit längerer Zeit günstig gesinnt, hoffte er dieselbe in dem Erzstifte allmtthlig einführen nnd fo auch in den Besitz seiner geliebten Agnes kommen zu können.

Seiner Gesinnung wegen war er aber bereits bei Papst und Kaiser als Ketzer angeklagt: da trat er plötzlich zur evangelischen Kirche über und vermählte sich mit Agnes am 2. Februar 1583 zu Bonn. Gestützt auf mehrere rheinische Grafen, von denen je­doch Graf Hermann l. von Wied sich entfernt hielt, und auf die günstige Constellation der Gestirne bauend, bcharrte er auf dem erzbifchüflicheu Stuhle. Am 1. April 1583 wurde Gebhard von dem Pabste seines Amtes entsetzt und der Herzog Ernst von Vaicrn zu seinem Nachfolger erwählt.

Der Kampf begann. Treffen wurden geliefert, Burgen er­stürmt, Ortschaften verwüstet und das Elend weit umher getragen. Auch unser Nheinthal litt unter den Schrecknissen des Krieges, da wilde Horden auch hier mit Brand nnd Plünderung eindrangen. Graf Hermann berechnete den Verlust für feine Graffchaft auf 108,616 Thaler. Die evangclifchen Unterthanen des Erzstiftes ver­hielten sich ruhig; das Domkapitel brachte eine immer stärkere Macht zu Felde und Gebhard verlor endlich ini Herbste 1583 zu Burg in Westphalen ein entscheidendes Treffen und den Muth. Er gab seine Hoffnung auf, zog sich nach Holland und endlich nach Stras­burg zurück, wo er 1601 starb.