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Del dreißiüMligt Krieg.

Der schrecklichste aller Kriege, die unser deutsches Vaterland verwüstet habe», suchte auch in seinem Verlaufe unser schönes Nhein- thal heim und wirkte in einem hohen Grade verderblich auf seine Ortschaften und dessen Bewohner.

Schon im Anfange des Jahres 1620 wurde das wiedifche Land von den Schaaren des Grafen von Anholt belästigt und "Mßte starke Contributionen zahlen und später, im Jahre 1625, Machten die zersprengten Söldner des Herzogs Christian von Braun­schweig und des Grafen Peter Ernst von Mansfeld, nach deren Niederlagen, die Gegend ganz und gar unsicher.

Besonders aber drückte der Erfolg der kaiserlichen Heere auf bie Hoheitsrechte der evangelischen Grafen von Wied und Sayn, sowohl durch die Glieder der katholisch gebliebenen Grafen von Isenburg, als auch durch Churtrier. Namentlich wurde von letzterem das Dorf Irlich und das Oeffnungsrecht zu Dierdorf in Anspruch genommen, was zu einem langjährigen Streite Veran­lassung gab. Ehurtrierische Kommissarien, von Soldaten unterstützt, steten 1630 in Irlich ein und entsetzten die wiedischen Grafen 'hrer gruudherrlichen Rechte und ihrer kirchlichen Gerichtsbarkeit, befahlen den Besuch der katholischen Kirche unter Androhung der Landesverweisung im Unterlassungsfalle und forderten die wiedi- !chen Leibeigenen aus, sich unter churtrierische Leibeigenschaft zu begeben. Es dauerte dieses Verhältniß jedoch nur kurze Zeit: benn bald darauf rückten niederländische Truppen in Irlich ein und hoben alle diese Einrichtungen auf, verjagten den katholifchen Priester und zerstörten die ganze innere Einrichtung der Kirche. Trierische Geschichtsschreiber erzählen davon, daß der Schulmeister "°n Feldkirchen sich dabei besonders thätig gezeigt und die Heili­genbilder in die Höhe geworfen und verbrannt habe mit den WMen:He, wir wollen einen Tanz aufführen,- ich will euch lanzeu lehren!" Dafür foll er jedoch von Wahnsinn erfaßt wor- ben fein, sich fortwährend von Soldaten verfolgt gesehen uud endlich in Verzweiflung sich in den Rhein gestürzt haben.

Später kam jedoch Churtrier wieder in den Besitz der Vogtei- "chte zu Irlich.

Das größte Unheil aber kam erst über das Thal durch die "Übergabe der Festung Eh renbreit stein an die Franzosen.