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Der Erzbischof und Churfürst von Trier, Philipp Christoph von So lern, ein sehr anmaßender und mit heftigen despotischen Gelüsten versehener Fürst, hatte nicht allein bei den angrenzenden Dynasten ungerechte Ansprüche erhoben, sondern sich auch derart mit seinem Domkapitel überworfen, daß ihm zuletzt nichts Anderes übrig blieb, als sich den Franzosen in die Arme zu werfen, da der Kaiser sich über seine Handlungen höchst mißbilligend ausgesprochen.
Am 5. Juni 1632 übergab der Churfürst die Festung Ehren- breitstein den Franzosen. Während dieser Streitigkeiten fand zuletzt des Schwedenkönigs siegreicher Zug uach dem Rheine statt; von Mainz aus ward das von Spaniern besetzte Coblenz von den Schweden unter Gustav Hörn, 30. Juni 1632, belagert und am 1. Juli bereits zur Capitulation gezwungen, worauf auch die meisten anderen Orte unseres Rheinthales, Engers, Hammerstein, Lahnstein, Lahneck von den Schweden in Besitz genommen wurden. Da aber indessen eine Einigung zwischen Schweden und Franzosen statt gefunden hatte, fo wnrde, nach Zerstörung der Befestigung, letzteren Coblenz übergeben, die eine Besatzung von 432 Mann hineinlegten.
Den Churfürsten ereilte jedoch im März 1635 die strafende Hand des Kaisers. Da er mit den Franzosen auf Ehrenbreitstein sich nicht vertragen konnte, nahm er in Trier seine Residenz und wurde hier von Kaiserlichen und Spaniern gefangen genommen und zunächst nach Luxemburg, später nach Gent, dann nach Linz a. d. Donau und zuletzt nach Wien abgeführt. Erst im April 1645 erhielt er die Freiheit, worauf am 1. Sept. in Coblenz sein Einzug erfolgte.
In Folge jener Gewaltthat an einem unter Frankreichs Schutze stehenden Fürsten geschah die französische Kriegserklärung und der Uebergang eines französischen Heeres über die Maas am 19. Mai 1635.
Aber die Kaiserlichen rückten auch sofort mit gewaffneter Macht vor die in der Hand der Franzosen sich befindende Feste Ehrenbreitstein und die Blokade derselben, wie der von Coblenz, begann am 14. Juli 1635.
Große Kräfte waren weder innerhalb noch außerhalb der Festung vereinigt; doch nahmen die Kaiserlichen unter dem Feld-
