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Marschall Grafen von Görz sehr bald Coblenz ein, worauf die französische Besatzung sich nach Ehrenbreitstein flüchtete. Bald darauf wurden sie auch aus Engers vertrieben und die Schweden verließen 1636 Sann. Sogar die am Fuße des Ehrenbreitsteins gelegene Philippsburg wurde den Franzosen entrissen. Dennoch hielten sie sich auf Ehrenbreitstein fast zwei Jahre, wahrend die Noth in der ausgehungerten Beste bis zum höchsten Grade stieg. Die ekelhaftesten Gegenstände wurden als Nahrungsmittel benutzt, °a alles Brauchbare mit großen Summen bezahlt werden mußte. So wurden, nachdem schon im März 1636 ein Malter Korn mit 32 Thaler, ein Ei mit 6 Albus und ein Huhn mit einem Neichs- thaler bezahlt worden war, im Dezember ein Ei 20, ein Pfund Pferdefleisch 18 Albus gegolten hatten, im Januar den Soldaten etliche Pferdehäute zur Nahrung gereicht, die sich darnm rauften; damals wurden zwei Sester Korn mit 50 Neichsthaler, 20 Loth Vrod mit 25 Albus, eine Pserdehaut mit 1^/2 Kronenthaler, ein Pfund Pferdefleisch mit 24 Albns und Ende Januar eiu Sester Korn mit 32 Thalern bezahlt. Mäuse waren schon lange nicht mehr zu haben, deren hatte allein der Commandant, Feldmarschall Vussn, 80 Stück verzehrt.
Es wurden zwar mannichfache Anstrengungen gemacht, der tapferen Besatzung Nahrungsmittel zuzuführen; aber die meisten Versuche mißlangen. Einmal, im Januar 1637, war sogar ein starker Transport von Holland aus, unter dem Obersten Mel ander, über die Vorhühen des Wcstcrwaldes bis Angesichts Ehren- weitstem gekommen; aber Ioh. von Werth vereitelte das ganze Unternehmen. Endlich am 27. Juni 1637 erfolgte die Uebergabe. Die Franzosen zogen mit klingendem Spiel nnd fliegenden Fahnen "us, die Festung wurde einstweilen dein Churfürsten von Köln übergeben, uud schon am 22. Juli zog auch das kaiserliche Heer ab.
Aber wie schrecklich sah es iu unserem schönen Nheinlhule "Us! Die Belagerer waren weit umhergezogen und hatten alle Lebensmittel, alles Genießbare in den umliegende,: Ortschaften weggenommen. Die Felder nnd Weinberge waren unbebaut geblieben; die Bewohner hatten sich mit ihrem Vieh in die Wälder und Gebirgsschluchten gerettet; Hungersnoth herrschte allenthalben und in ihrem Gefolge waren die verderblichsten Seuchen.
Später waren es vorzüglich lothringische Soldaten, welche
