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eine stehende Schiffbrücke aufgestellt, deren stark befestigter Brücken­kopf auf der rechten Nheinseite von dem brandenburgischen Gene­ralmajor von der Golz vergeblich angegriffen wurde.

Nachdem im Sommer 1673 der kaiserliche Feldherr Monte- cuculi die uuter Türenne weit in Deutschland vorgedrungenen Franzosen wieder über den Rhein zurückgetrieben hatte, verbrann­ten diese im August das benachbarte Dorf Mülheim, zerstörten am 2. Octobcr den Brückenkopf zu Neuwied, besetzten am 7^ October Andernach und verheerten das Maifeld. Aber am 2t. October gingen dieOestcrreicher zu Coblenz über den Rhein Und vertrieben die Franzosen. Zu Andernach vereinigte sich Montecuculi mit dem Priuzeu von Oranieu.

Auch in den Jahren 1674 und 1675 dauerten die Bedräng­nisse durch zahlreiche Einquartirung fort. Alles Unheil, welches unsere Gegend und auch das gräfliche Haus drückte, machte einen so trüben Eindruck auf den sonst so thatkräftigeu Grafen Frie­drich m., daß er mit dem Kaifer über den Verkauf feines Lan­des in Verhandlungen trat, die sich jedoch bald wieder zerschlugen.

Neuwied aber wuchs dennoch fort uud fort. Namentlich war ein Herbert Hachenberg thätig, der ein Haus am Markt­platze erbaut und die dabei liegenden Weingärten angekauft hatte. Graf Friedrich bezeugte ihm fein Wohlwollen und befreite das Haus von allen Lasten. Hachenberg erbaute noch neun andere Häufer. Auch Mennoniten-Familien wurden aufgenommen.

Während der Bau der reformirten Kirche allmählig voran schritt, erhielten auch die Lutheraner uud Katholiken unter gewissen Bedingungen die Erlaubniß, Kirchen zu bauen, was der erste Satz der der Stadt Neuwied ertheilten Privilegien verweigert hatte. Endlich brachte anch die Ausführung des Edikt's von Nan­tes 1685, das fo viele fleißige evangelische Unterthanen aus Frankreich vertrieb, der jungen Stadt Zuwachs an gewerbthätigen bürgern.

Am 21. December 1687 wnrde die reformirte Kirche durch den Pastor von Neuwied und Heddesdorf, I. M. Vreu- s'ng, feierlich eingeweiht. Neuwied bestaud damals aus 130 Hausern uud hatte fünf Straßen.

Der von neuem, 1688, entbrannte Krieg zwischen Deutschland Und Frankreich führte anch unserem Thale wieder die schrecklichsten