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Drangsale zu, da der Donner der Kanonen bei der Belage­rung von Coblenz von den Franzosen unter Voufflers weithin durchhallte. Diese schreckliche Belagerung hatte am 28. October 1688 begonnen, mußte aber am 14. November durch die ausge­zeichnete Vertheidigung des trierischen Commandanten, Grafen von der Lippe, schmählich aufgehoben werden. Coblenz aber hatte 6000 Karthauuenkugeln und 4000 Bomben erhalten, zählte kaum noch 150 unbeschädigte Häuser und sah schier ausals eine durchlöcherte Laterne". Lützel- Coblenz auf der linken Mosel­seite war von der Erde verschwunden uud aus den Neste» baute sich Neuendorf auf.

Obgleich es nun den Frauzofen mißlungen war, sich iu unserem Thale festzusetzen oder folche gräßliche Zerstörungen auszuüben, wie sie es auf dem Hunsrücken und in der Pfalz tha- ten, so litt es nichts destowenigcr durch die deutschen Truppen, theils an unerschwinglichen Contributionen und Lieferungen aller Art, theils durch die Wegführuug Tausender von Untcrthanen der Grafschaft als Schanzarbeiter zu Ehrenbreitsteiu, Engers, Andernach u. a. O. Trierer plünderten Biber und Heddes- dorf und der hessische Commandant von Andernach lieh Holz und vielfachen anderen Bedarf aus dem Niedischen beitreiben.

In den Jahren 1692 uud 1693 mußteil iu der Grafschaft Wied eine beträchtliche Anzahl kranker Hessen und Münsteraner verpflegt werden und hessische, münsterische und 3-bis 4000 Mann braudenburgischer Truppen bedrückten das Land längere Zeit hindurch.

In dem Jahre 1694 war uuser Nheinthal iu den Frühlings­monaten von deutschen Verteidigern, die nach den Niederlanden gezogen waren, eine kurze Zeit entblös't. Diesen Umstand benutz­ten Streithaufen des französischen Heeres, das unter dem Marschall de Lorges, seit dem Mai 1693, an verschiedenen Orten verwüstende Uebergänge auf das rechte Nheinufer wagte und fielen aus dein Trierischen des Nachts auch iu Neuwied ei», plünderten, rann­ten durch die Straßen, zündeten Häuser in der Rheinstraße uud das »eue Schloß a» und verfolgten den Grafen Friedrich durch den großen Weingarten a» dem Schlosse; doch entging er ihnen glücklich. Von den fliehenden Bürgern der Stadt aber fiele» de» Feinden drei in die Hände, I. Erbes, I. W. Remagen und