90

Beifall und dem Schutze des Churfürsteu von Köln. Churtrier jedoch fand sich dadurch beeinträchtigt und legte bei dein Reichs- kammergerichte eine Klage über Rechtsverletzung eiu. Es entstand ein Prozeh, der damit endigte, daß die nützliche Einrichtung durch churpflllzische Exemtion aufgehoben wurde und selbst die Uferstraße, die der Graf uou dem Kloster St. Thomas bei Andernach erhalten hatte, wurde ihm von der trierischen Regierung abgestritten.

Durch kriegerische Ereignisse wurden Stadt uud Land unter der langeil uud glücklichen Regierung Friedrich Alexanders nicht beschädigt. Es führte zwar der König Georg II. von England 1743 ein, in den Niederlanden für Oesterreich gesammeltes Heer, ver­mittelst einer Schiffbrücke bei der Insel von Neuwied auf das rechte Nheinufer und in den ersten Jahren des siebenjährigen Krieges lagen öfters Franzosen hier im Quartier oder zogen vorü­ber; sie fielen aber der Gegend nicht zur Last, da man sich am französischen Hofe noch der guten Dieuste eriuuerte, die der Graf einst, 1735, durch die Friedeusuermittelung zwischen Oesterreich uud Frankreich dem letzteren geleistet hatte.

Gegeu das Ende der denkwürdigen Regierung dieses vortreff­lichen Mannes feierte Neuwied noch drei erfreuliche Feste. Am 13. Juni 1784 wurde Friedrich Alexander mit seinem gan­zen Hause von dem Kaiser in den Reichsfürstenstand erhoben. Am 18. September 1787 beging Neuwied das Fest der fünfzigjäh­rigen Negierungsdauer seines zweiten Schöpfers und Wohlthäters. Der Tag wurde durch Gottesdienst geheiligt, und mit Fröhlich­keit, die des Fürsten Güte durch reichliche Neinspenden auch unter den Aermsten verbreitete, beschlossen." Am 2. Januar 1789 be­ging der Fürst das Fest der goldenen Hochheit mit seiuer würdigen Gemahlin Carolina.

Es waren jedoch die letzten Lebensjahre des herrlichen Grei­ses nicht ungetrübt, indem sein Sohn und Erbprinz Friedrich Karl durchaus nicht die Eigenschaften zeigte, die zu seinem Nach­folger zu wünschen waren. Sehr bald auch ließen sich die Fol­gen der französischen Revolution iu unserer Stadt vernehmen, da zahlreiche Emigrirte hier erschienen und ein Asyl suchten.

In diesen Zeiten führte der Engel des Friedens den fürstli­chen Greis am 7. August 1791 an Alterschwäche sanft in das Land der ewigen Ruhe. Er war nach Verhältnis; der würdige