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Die Emigranten in Neuwied.
Zahlreiche von den Stürmen der Revolution aus ihrem Vaterlande vertriebene Franzosen fanden von 1791 an ein Asyl in Neuwied und Truppenkörper wurden hier gebildet, um vereint mit der preußischen Armee, die 1792 in der Nähe, auf den Höhen von Nübenach lagerte, in Frankreich einzudringen und die Revolution niederzuschlageu.
Es bildete sich hier die Garde-Abtheiluug der Chevanrlegers und der Gensd'armes du Noi, ein berittenes Corps von 80U Edelleuten mit zahlreichen Bedienten. Zum Commandcur desselben ernannten die zu Schönborns tust bei Coblenz residirenden Prinzen von Frankreich den Marechal ä« Oamn Clarrac. Ein Lieutenant dieser Garde hatte Generals-, ein Wachtmeister Obersten-, ein Unteroffizier Majors- nnd jeder Gemeine Ofsiziers-Rang.
„Die Stadt Neuwied glich damals in dem lebhaftesten Treiben und Drängen auf den Straßen einem Waffenplatz in Frankreich. Der Geldumlauf vermehrte sich auf die auffallendste Weise. Die Hausmiethe stieg bei den ersten Chefs auf zehu bis fünfzehn Louisd'or monatlich; für ein möblirtes Zimmer vergütete der Edelmann einen Louisd'or und für Stallung eines Pferdes einen halben Kroueuthaler. Die höchste Miethe trng das Zaus des Kammerraths Bleib treu am Rheine mit 25 Lonisd'or monatlich, das von dem Herzog von Fitzjames, Inhaber des französisch- irländischen Regiments Berwick (das am Friedrichstein stand) und dem Herzog von Gadagne bewohnt war.
Zu Heddesdorf befand sich eine Abtheilung der irläudifchen Regimenter Dillon und Wallis, auch wurde am Fahr das Freikorps St. Clair errichtet. Täglich wurden militärische Uebungen vorgenommen und zwar meistens auf dem schönen Raum der Kuhweide zu Heddesdorf.
Die französischen Prinzen liehen auch, redigirt von dem in ausgezeichnetem Rufe stehenden Journalisten Eule au ein eigenes Blatt ^'aurnlll äyz nrineos nu Is toosin 66 la Involution (Ionr- nal der Prinzen oder die Sturmglocke der Revolution)" erscheinen.
Die preußische Armee zog vorüber, die Emigranten schlössen sich an und tiefe Stille trat in Neuwied ein.
Aber der so glänzend unternommene Feldzug nahm ein unglückliches Ende. Das anhaltende Regenwetter und die unreifen
