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In der Nacht vom 8. zum 9. August begannen die Vorbereitun­gen der Franzosen zu einem Nheinübergange mit Schanzarbeiten bei dem guten Manne zuWeißenthur m. Am Morgen des 13. August donnerten die ersten französischen Kanonenschüsse auf die österreichi­schen Schanzarbeiten, und fortan beschoß man sich mehr oder miuder heftig, ohne der Stadt Schaden zu thun; die auch von dem zu Ander­nach stehenden General Bern ad otte am 17. August die erfreuliche Versicherung erhielt, daß sie nicht beschossen werden sollte, insofern die Oesterreicher hier nicht den Stützpunkt ihrer Operationen suchten. Erst mit dem 3U. August fingen die schreckensvollsten Tage für Neuwied an. Die Franzosen hatten in der Nacht vom 29. zum 30. August 12N0 Mann auf die Nheininsel oberhalb Neuwied ge­worfen und machten Verschanzuugen, die für den Rheinüber­gang äußerst wichtig waren. Dies zu verhindern, schössen die Oesterreicher aus allen Batterien, und auch von Neuwied aus, auf die gefährdete Stelle, worauf die französische Kanonade aus mehr als 20 Geschützen mit großer Heftigkeit begann. Furchtbar fausten die Kugeln durch die geängstigte Stadt. Ueber 600 Ka­nonenkugeln und Granaten fielen während vier banger Morgenstunden weder und beschädigten mehr oder weniger alle Quadrate; hier und da brach Feuer aus, das aber immer bald gedämpft wurde. Nur der weitläufigen Bauart der Stadt ist es zuzuschreiben, daß der Schaden nicht beträchtlicher war. Die meisten Einwohner wa­ren in die benachbarten Dörfer geflohen. Am folgenden Morgen begann die französische Kanonade mit großer Heftigkeit von Neuem, und sehr bald stand die große Blechfabrik von Nemy und Barens- feld in hellen Flammen und brannte ganz aus. Die dicksten Holz­klötze der Werkstätten verbrannten zu Afche. Durch ein furcht­bares Haubitzen- und Kartätschenfeuer nach der Brandstelle wurde alles Löschen nnmöglich gemacht. Auch den ganzen Tag dauerte die Kanonade fort; wieder wurden über 600 Granaten in die Stadt geschleudert. Der Schaden, den Neuwied erlitten, wurde allein an den Gebäuden weit über 100,000 Gulden berechnet- Kaum der vierte Thcil der Häuser war unbeschädigt geblieben.

In den ersten Tagen des Septembers beschossen sich zwar noch die beiderseitigen Kräfte, manchmal mit großer Heftigkeit, jedoch blieb Neuwied vor weiterem Schaden verschont. Det österreichische Feldmarschall Graf Clairfayt war während