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dieser Tage in Neuwied. Die Oesterreicher hatten bereits unter Wartens! eben ein bedeutendes Heer in dem Kessel von Neuwied gesammelt, um den gedrohten Nheinübergang der Franzosen zn verhindern nnd hofften entschieden auf glücklichen Erfolg; als aber am «. Sept die Franzosen beiUerdingen über den schein gegangen waren, mußten sich die am Niederrheiu stehenden österreichischen Truppeu über den Westerwald nach der Lahn hin zurückziehen, wodurch die Stellung bei Neuwied unhaltbar wurde.

Vor Räumung der Stadt am 14. Sept. lieh Elairfavt Schutz« "tiefe auheften, worin er allen österreichischen Kriegern Ordnung und gutes Benehmen gegen die Einwohner empfahl, auch die feindlichen Generale ersuchte, der Stadt ihre» Schutz angedeihen zu lassen, was ^ bei ähnlichen Fällen berücksichtigen uud erwidern werde. Eine Deputation kündigte nun von Seiten der Stadt dem französischen General-Commando die Nänmuug derselben an, und bat um Scho- uung und Aufrcchthaltung der Ordnung bei deni bevorstehende» "Heinübergange uud dem Einzüge in die Stadt.

Hiernach erfolgte am 15». und 16. September der erste " heinübergaug der Franzosen bei Neuwied. Anfangs war das Betragen der Franzosen ganz gut, nur waren die Ver­läufe an sie gegen die schon fast ganz werthlos gewordenen Assig­naten höchst lästig. Nald aber fielen maucherlei Zügellosigkeiten, Wnderuug uud Gcwaltthateu vor, uud namentlich wurden auf °en nahen Dörfern mehrere Leute ermordet. Von der Grafschaft Neuwied uud einem Theil von Wied-Ruukel wurde eine Kontribution von 450,000 Livres gefordert, wobei jedoch der die Militärverwaltung leitende Kriegsl'omnMar Dalbon sehr nach- Uchtig sich bewies, bis der commandirende General Iourdan endlich für ^e Grafschaft Neuwied sie auf 90,000 Livres herab­setzte, wovon den Landgemeinden fünf, der Stadt drei Theile zur ^"st sielen. Auch gestattete Dalbou, daß davon 30,000 Livres für Requisitionen in Abzug gebracht wurden.

Das Hauptquartier der Sambre- und Maasarmee mit seinem Ehef, General Iourd an, war in dem fürstlichen Schlosse.

Wer in den ersten Decenuien dieses Jahrhunderts in Neu­wied lebte, der wird sich gewiß noch lebhaft erinnern, mit wel­ker dankbaren Anerlennnng, mit welcher Wärme und Liebe jeder ältere Neuwieder von dem Negierungsrath uud Stadtfchultheiß