teil auch in Neuwied die Besorgnisse erneuter Kriegsbedrängnisse, Die erfahrensten Stabsoffiziere beider Heere äußerten laut, daß bei Wiedereröffnung der Feindseligkeiten Neuwieds Untergang unvermeidlich wäre, wenn nicht eine abermalige Neutralität schützend in's Mittel träte.
Der Stadtmagistrat trat nun äußerst thätig für diefe Ange« legenheit ein und Erzherzog Karl gewährte diefe Neutralität gern, infofern sie auch von Frankreich anerkannt würde. Hoche, der Obergeneral der Sambre- und Maasarmee, zögerte jedoch mit einer bestimmten Erklärung, fo daß um 14. April der österreichische Generalfeldwachtmeister Iellachich der Stadt die Anzeige machte, daß er für den Fall eines Angriffes, sie mit 0000 Mann ver- theidigen werde. Da traf auch am 15. April aus Coblenz von Hoche die Gewährung der Neutralität ein, die auf 200 Schritte von der Stadt entfernt bleiben und durch eine Vedettenlinie bezeichnet werden sMe. Indessen war am 10. April der bisherige Waffenstillstand aufgehoben worden.
Hoche hatte bereits eine Armee von mehr als 80,000 Mann unter seinen Befehlen vereinigt. Der linke Flügel der Sambre- und Maasarmee stand auf dem rechten Rheinufer im Bergifchen zwischen Wupper und Sieg; Centrum und rechter Flügel concentrir- ten sich Neuwied gegenüber, wo den Franzosen, mittels der oft erwähnten Brückenschanze, fester Fuß auf dem rechten Rheinufer geblieben war. Dieser Umstand und die Lage von Weihent h urm, durch welches das Bassin von Neuwied dominirt wird, mögen die Wahl des UebergangsvunkteZ entschieden haben. Championnet commandirte den linken, Lefebre den rechten Flügel, Grenier das Centrum, Die Reiterei war nach einem eigenthümlichen System geordnet, so daß jeder ihrer verschiedenen Zweige ein selbstständiges Corps ausmachte. An der Spitze der fämmtlichen Husaren-Regimenter stand Ney, Richepanfe commandirte die reitenden Jäger, welche zur Deckung des rechten Flügels bestimmt malen. Dem linken Flügel wurden die Dragoner unter General Klein beigegeben. Die schwere Reiterei von General d'Hantpo ult befehligt, follte hinter den Linien der großen Armee eine Reserve bilden. Für einzelne Verwendung war jeder Division Infanterie ein Regiment Chafseurs zugetheilt.
Der effectivc Stand der Armee, wonnl Hoche den Feldzug
