Die noch Morgens um 8 Uhr zwischen Kran und Leset, re am allgemeinen Gottesacker statt gehabte Unterredung wurde abgebrochen und es erfolgte sofort eine lebhafte Kanonade aus der Redoute am Bering und aus den Fleschen.
Auf dem linken Nheinufer zieht sich eine halbe Stunde oberhalb Neuwied das Plateau des Maifeldes, das von dem Vubenheimer Berge an fast eine halbe Meile von dem Rheine entfernt geblieben, in einem großen östlich gerichteten Bogen bis nahe an das Ufer vor, wo es mit einer Höhe von etwas über 100', dem Frauen berge, endet. Am Fuße dieser Höhe liegt, und zwar noch immer 50' über dem Rheinspiegel, der alte Thurm, der dem Dorfe den Namen Weiheuthurm gegeben hat. Mitten im Rheine erblickt man die große Insel, die bei allen vorherigen Rheinübergängen mit dem auf der rechten Rheinseite stehenden Brückenköpfe den Franzofen zum Stützpunkte gedient hatte. Das hohe Ufer der Unken Rheinseite beherrscht ganz und gar das Ufer der rechten, das sich zunächst bei mittlerem Wasserstande kaum einige Fuß über den Spiegel des Flusses erhebt und die Ebene hinter sich hat, die fast eine Meile breit bis nach Rom- mersdorf, Heimbach-Weiß und Saun sehr sanft ansteigt.
Die Spitze des Frauenberges bietet eine wunderbar schöne Ansicht auf das Coblenz-Neuwieder Becken dar, das der Rhein vouVallendar bis beinahe Andernach, mehrere Krümmungen bildend, majestätisch durchströmt.
Im Süden breitet sich ebenfalls ein Theil des Beckens aus, jedoch ist Coblenz durch den langen Zug des Bubenheimer Berges verdeckt; aber die dahinter liegenden Rheinberge erheben sich in der Ferne, und auf dem abgestuften Berglande des rechten Rheinufers treten schimmernd die Festungswerke von Ehrenbreitstein vor.
Neu mied liegt brübe« in allen seinen Theilen deutlich sichtbar; man kann das Thun und Treiben in seinen Straßen überblicken. Das langgedehnte Heddesdorf tritt fast bis an Neuwied heran. Andernach erhebt sich mit seinen grauen Maueru und alten Thürmen am Ausgang des Beckens. Zahlreiche Ortschaften drängen sich wie Perlenreihen, an beiden Ufern des Rheines. Vom Nheinufer entfernt schließen sich wieder ansehnliche Dörfer den, Fuße der begriinzenden Gebirge an Es ist ein Lanbschaftbild voller Leben und Schönheit.
