10«
Der Rückzug war, der Uebermacht des Feindes gegenüber, nicht mehr möglich; da befahl Kran den Anfang der Feindseligkeiten durch eine lebhafte Kanonade aus allen Vertheidignngswerkcu auf den im Felde ausgebreiteten heranrückenden Feind. Furchtbar hallte der Donner der Geschütze durch die blühenden Fluren. Hoche hatte seinen Standpunkt auf dem alles überschauenden Frauenberg genommen und unter seinen Augen rasselte noch fortwährend Artillerie und Cavallerie aus dem Weißenthurm über die Brücke auf die Insel und von dieser auf den rechtsrheinifchen Brückenkopf.
Der General Lefebre bildete nun zwei Augriffs-Üolounen, wovon die erste gegen die Hauptschanze bei Heddesdorf, die andere gegen die Redoute am Bering gerichtet wurde. Die Reiterei stand unter Nichevanfe.
Die erste Colonne, aus Husaren, Chasseurs und reitender Artillerie bestehend, zog, mit Verletzung der festgestellten neutralen Linie, dicht an Neuwied vorüber zur Straße nach Heddesdorf, nahm die österreichischen Schanzen, welche mit Löwenmut!) ver- theidigt wurde», im Sturmschritt, beschoß Heddesdorf, das dabei in Brand gerieth, verfolgte die fliehenden Oesterreicher und nahm einen Theil des O'Donnelschen Freicorps, 150 Mann, gefangen.
Die zweite Colonne, aus Infanterie zusammengesetzt, an ihrer Spitze das leichte 42. Regiment Terrible, war indessen gegen die Redoute am Bering vorgerückt, und griff sie heftig an, während diefe ein fehr mörderisches Feuer unterhielt. Schon war der Graben der Batterie erstiegen, wobei der tapfere Capitän Gros von einer Kugel tödtlich getroffen wurde und noch ließ das Feuer der Oesterreicher nicht nach; da drang das vierte rothe Hufarenregiment von hinten in die Schanze und machte dem Widerstand ein Ende. Die tapferen Vertheidiger mußten fämmtlich das Gewehr strecke«.
Während dieses geschah, war die Reiterei des fmnzösifchen ersten Flügels längs des Rheines bis über Eugers hinauf gezogen und überfiel plötzlich das Hauptquartier des den linken österreichischen Flügel commandircnden Generals Fincke in Nendorf, und nur der Tapferkeit des Münsterscheu Dragonerregimeuts verdankte es die Generalität, daß sie nicht gefangen genommen wurde. Doch siel alles Gepäck in Feindes Hände.
Nur die in der Umgegend von Engers und Vendorf liegende
