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iei»el Familie so weit, daß die Fürstin den Schuh des Königs uou Preußen und des Fürsten von Wied-Runkel zu suchen sich ge- »öthigt sah. Neuwied, fast ganz auf der Seite der hochverehrte» Fürstin, fand sich in fieberhafter revolutionärer Bewegung-, Nurger und fürstliche Truppen geriethen dabei fogar in Thätlichkeiten-
Endlich kam der Fürst selbst zu der Ueberzeugung, daß sein Haus und sein Land unter seiner Verwaltung nicht gewinne und i"g sich daher von der Regierung zurück, der er am 20. Sept 1802 formlich eutsagte. Er lebte zuletzt zu Freiburg im Vreisgau und starb 1809. Sogleich übernahm die Fürstin die vormund- schaftliche Regierung für den Sohn Johann August Karl, welcher in der preußischen Garde als Major stand, und vom 13. Juli 1804 an die Negierung selbständig führte.
Der treffliche junge Fürst schien eine neue goldene Aera für sein fo schwer heimgesuchtes Land heraufzuführen, als fchon bald darauf 1806, für Fürst und Land das betrübeudste Ereigniß eintrat, unter eine fremde Regierung zu kommen.
Bekanntlich bildete sich aus einer große» Anzahl von Fürsten des südlichen und westlichen Deutschlands der Rheinbund, unter dem Protectorate Napoleons; die Akte wurde am 12. Juli 1806 unierzeichnet. Die Fürsten von Mied, welche dem, Deutschland feindlichen, Bunde nicht hatten beitreten wollen, wurden ihrer unmittelbaren Neichsstandschaft beraubt und unter nassauische Hoheit gestellt, während sie ihre Domänen und gewisse herrschaftliche und persönliche Rechte behielten.
Die Gesinnuugen des fürstlichen Hauses bei diefem Schlage des Schicksals, die auch wohl von de» Bewohnern unserer Stadt ganz getheilt wurde, sprach der tapfere Prinz Victor bald darauf u> einem Briefe aus: „Immer besser das Unglück mit den Stolzen und Würdigen zn tragen, als mit den Niederträchtigen eine prekäre Existenz theile» und uuter die Vaterlandsverräther von Zeitgenossen und Nachkommen gezählt zu werden."
Der von Napoleon zum Herzog erhobene Fürst von Nassau- ^slnge», wurde nun der Landesherr Neuwieds, welches die zweitgrößte Stadt des Herzogthnms war, aber von Seiten ihres neuen Landesherrn sich »ie eines Besuches erfreute. Dem Fürsten von ^affau-Weilburg wurde das nahe Engers, in dessen schönem Schlosse er fortan eine glänzende Sommer-Residenz hielt.
