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Die sehr verbreiterte Luisenstraße bildet den mit Reihen von großblättrigen Linden bepflanzten Luise nplatz, 106 Ruthen lang und mit den Langstraßen auf beiden Seiten 9 Ruthen breit. Die Lindenanpflanzung ist noch jung, wird aber nach einer Reihe von Jahren eine prächtige Promenade gewähren, besonders wenn in der Mitte, zwischen den sie durchschneidenden Straßen, Anpflan­zungen von Ziersträuchern die Ansicht beleben würden.

Zwischen diesen Straßen liegen die Häuserquadrate von uu- gleicher Größe, die an den Enden zum größten Theile noch nicht geschlossen sind und von welchen die so stark unterbrochene, dem Rheine zugekehrte Häuserlinie für die wichtigste Seite der Stadt einen nicht angenehmen Eindruck macht. Innerhalb der Häuser­quadrat« liegen Gärten, von welchen fast jedes Haus einen größern oder einen kleinern Raum besitzt. Sie siud ein eben so angeneh­mer Besitz des Bürgers, wie ihre Vegetation zur Erhaltung ge­sunder Luft beiträgt.

Die Wohnhäuser sind im Allgemeinen, da die meisten nur eine Höhe von zwei Stockwerken besitzen, bei der Breite der Straßen, unansehnlich zu nennen; doch sind in den letzten Decennien nicht allein viele schöne Häuser erbaut worden, sondern von den alten sind viele durch Umbau und Aufsetzuug eines Stockes recht an­sehnlich geworden. Aber diese kleinen Häuschen, meist von dem Besitzer allein bewohnt, geben den Familien eine große Stille und Friedlichkeit, an die der Verfasser nur mit Rührung gedenkt, wenn er das kleine Häuschen in der Mittelstrafte sieht, das der Geburts­stätte dieses Buches so uahe liegt.

Das ansehulichste Gebäude ist das fürstliche Schloß am nordwestliche» Ende der Stadt, nahe am Rheine. Das­selbe wurde von dem Grafen Friedrich Wilhelm, dem Sohne des Gründers, vom Jahre 1707 an auf den Trümmern des von den Franzosen im Mai 1693 zerstörten älteren Wohnhauses, erbaut und besteht aus einem Hauptgebäude mit zwei schönen Sälen und 41 verschiedenen Gemächern, und zwei von demselben getrennten, mit ihm ein Rechteck bildenden Seitengebäuden, 1745 von Friedrich Alexander erbaut. Diese haben an jedem Ende einen höheren viereckigen Pavillon, durch ein längeres niedriges Gebäude ver­bunden. In dem südlichsten dieser Pavillons befinden sich die