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183? den Verhältnissen nach renovirt. Die reformirte oder ältere evangelische Gemeinde zählte 181? 2228 Seelen, jetzt o. 3000.
In lebhaftem Andenken der Gemeinde stehen noch die beiden letzt- verstorbenen Pfarrer, Meß 1815—1845 und Maaß 1846—1864.
Die jüngere evangelische, ehemals lutherische, Gemeinde, bekennt sich seit 181? zur Union. Ihre Kirche steht fast an dem südlichen Ende der Stadt und zeichnet sich durch ihren schlanken Thurm aus. Sie hatte mancherlei Schicksale. Ihr Bau wurde um 1684 begonnen, und Graf Friedrich III. gab der Gemeinde am 12. Juni 1684 die Erlaubnis; zu einer Collecte für den Weiterbau der Kirche und zur Errichtung eines Echulhauses. Fortwährend aber hatte sich die Gemeinde über Venachtheiligung zu beklagen, besonders durch einen Herrn von Frays, der, da durch mancherlei Verhältnisse die Grafschaft unter pfälzische Sequestration gekommen war, die churpfälzische Commifsion dafür in Neumied vertrat. Wann die Kirche vollendet wurde, ist nicht bekannt, doch geht aus einem Aktenstücke von 1699 hervor, dah sie damals fertig war. In den Tagen des Unglücks hat sie bedeutend mitgelitten. Sie wurde als Magazin b mutzt, ganz besonders aber von den französische!! Kugeln beschädigt. Da die eigenen Mittel der Gemeinde zur Wiederherstellung fehlten, machte der lutherifche Prediger Schellenberg*) 1796 eine Collectenreife, wodurch so viel herbei gebracht wurde, daß sie noth- dürftig wieder hergestellt werden konnte. Erst nach der preußischen Besitznahme gelang es der Gemeinde, besonders durch die Bemühungen ihres verdienten Pfarrers, I. St. Reck,"") daß Friedrich Wilhelm III. nicht allein eine Collecte durch die ganze Monarchie bewilligte, sondern selbst noch einen bedeutenden Beitrag gab; auch die fürstliche Familie schenkte reichlich. Nun konnte
') Er war seit 1789 Prediger der lutherischen Gemeinde und ging 1813 als Kirchen» und Schullach nach Wiesbaden, wo er noch lange Jahre ge» wirkt hat.
'*) I. Stephan Reck, 1777 iu Suhl geboren, war von 1805 bis 180? Lehrer an dem Erziehungsinstitute Schellenbergs in Neuwied, ward I»13 an dessen Stelle als Prediger berufen und wirkte bis 1853 nn der lutherischen Gemeinde. Nicht allein durch sein segensreiches Wirten als Psairer und später Superintendent, sondern auch durch seine mit unendlichem Fleiß« bearbeitete «Geschichte der gräflichen und fürstlichen Häuser Isenburg, Nunlel, Wied ,c. ,c. Weimar 1825." (4. 3l4 S.) verdient er ein warmes Nndenten.
