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die Kirche in einer würdigen Weise ausgeführt und im Jahre 1824 eingeweiht werden. Im Jahre 1817 zählte die lutherische Gemeinde 923 Seelen. Die katholische Gemeinde, im Jahre 18<7 10N2, 1829 1194 und jetzt 3099 Seelen stark, hat erst nach langen Kämpfen gegen den schon genannten Herrn von Frays, gegen gräfliche Näthe u. A. zu einer Kirche gelangen können^ obgleich Graf Friedrich schon 1698") die Erlaubniß zu ihrer Erbauung gegeben hatte. Auch die Errichtung eines Thurmes nnd der Be­sitz eines eigenen Geläutes hat gegen die Opposition intoleranter gräflicher Näthe errungeu werden müssen. Oeffentliche Umzüge u. dgl. sind ihnen aber stets uutersagt geblieben. Die Kirche steht am nordöstlichen Ende der Marktstrahe und ist für die Bedürfnisse der Gemeinde viel zu klein geworden. Ihr erstes Geläute ver­dankt sie 1791 den (aus Freude über die bald irrig bchmdene Nachricht von dem glücklichen Entkommen Ludwigs XVI.) Emi­granten, die Orgel der damals seit 1753 in Neuwied blühenden Freimaurerloge.

Die cvaugelische Brüdergemeinde (tzerrnhuter) be­sitzt ihre freundliche Kirche, die im Innern auf die den Hebungen dieser christlichen Neligionsgesellschaft aufs Angemessenste eingerich­tet ist, in dem östlichsten Theilc der Stadt, inmitten der beiden Stadtviertel, welche von ihnen erbaut, die Herrnhuter-Viertel ge­nannt werden. Graf Friedrich Alexander ertheilte einer Anzahl französischer Brüder und Schwestern, die sich Unitäts- Brüdergemeinde nannte nnd aus Herrnhaag in der Wetterau ver­trieben worden war, am <!. August 1750, am 9. August 1751 undin 31. Januar 1756 die zu ihrem kirchlichen und bürger­lichen Bestehen erforderlichen Concessionen. Die am letztgenannten Tage ertheilte bestimmt genau, daß sie ihre öffentlichen Neligions- ubungen nach eigener Einrichtung halten dürfe, ihre Kirche, Schule, Gottesacker von Grundzins, ihre Lehrer von bürgerlichen Lasten befreit und die Wahl derselben, ihren: Ermessen, vorbehaltlich der von der Herrschaft zu erteilenden Bestätignng, überlassen bleiben

*) Eigentlich hatte schon am 1. September 1682 der Gründer der Stadt. Friedrich III., dem nichts serner lag, als Unduldsamkeit, der katholischen Gemeinde die Erlaubniß ertheilt, eine Kirche zn erbauen, wenn die Gemeinde t30 Haushaltungen zählen und 65. Häuser ausgeführt haben würde.

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