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Unterm 16, Decbr. 1680 ist von dem Grafen Friedrich den >n Neuwied ansässigen Mennoniten ein Privilegium ausgefertigt wurden, wonach sie in der Ausübung ihres Gottesdienstes und in der Verwaltung ihrer Gemeindeangelegenheiten unbehindert sein sollten. Auch wurde ihnen später gestattet, den Theil ihres Ge« weindehauses, welchen sie zu gottesdienstlichen Zwecken eingerichtet hatten, MennonitenKirche zu nennen. Diese steht an der Ecke der Rhein- und Schloßstrafte und ist seit 1768 nach vorangegan­gener feierlicher Einweihung in Gebrauch. Die Zahl der zur Neuwieder Mennonitengemeinde gehörenden Mitglieder ist niemals bedeutend gewesen und hat durchschnittlich zwischen 40 und 60 Seelen geschwankt. Sie hatte bei ihrer Entstehung unstudirte und unbesoldete Prediger. Durch das Vermächtnis, eines ihrer bedeutendsten Mitglieder, Rnpp, wurde sie aber in den Stand gesetzt, einen wissenschaftlich gebildeten Geistlichen anzustellen, der zugleich im Gemeindehause seine Wohnung hat.

Lange Zeit hindurch hatte auch eine Gemeinde der In spi­nnten ihren Sitz in Neuwied; ihre Stärke hat iedoch nie die Zahl von 40 Seelen überstiegen. Sie sind die Nachfolger jener Iuspirirten, welche aus England vertrieben, zuerst 1724 zu Hom­burg vor der Hohe sich niederließen, dann nach Hanau, Cassel und Berleburg wauderten, bis ihre Häupter, I. F. Rock, büdin- g'scher Hofsattler, und sei» Freund Schmied, auf Fürsprache des Leibarztes Kämpf zu Homburg und nach genauer Prüfung ihrer Lehre, am 24. Januar 1739 von dem Grafen Friedrich Alexan­der Concefsion zur Niederlassung und freien Neligionsübung in Neumied erhielten. Die ganze Gemeinde ist im Jahre 1846 bis auf drei Mitglieder, welche in Neuwied verblieben, nach Nordame­rika übergesiedelt, wo sie bei Vuffalo, jetzt aber im Staate Iova wohnen.

Nachdem Neuwied deshalb einige Zeit hindurch um eine reli­giöse Gemeinde ärmer geworden war, hat sich die Zahl im ver­gangenen Jahre (1868) dadurch wieder ersetzt, daß sich eine frei- religiöfe Gemeinde bildete, deren neues Bethaus in der Nähe der Hermannsstraße erbaut wurde.

Endlich befindet sich auch eiue israelitische Gemeinde in Neu­wied, die von dem Anfange des vorigen Jahrhunderts hier sich allmählig entwickelte, besonders seit 1730. Die Mitglieder er-