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Domkapitels und der Geistlichkeit wurde immer heftiger, besonders durch die Aufforderung des Papstes Paul III,, welcher schon 1543 den Erzbifchof einen Abtrünnigen nannte. Dagegen schritt Hermann in seinen Bestrebungen »„erschüttert fort: in Bonn predigten Vucer uud Hedio, in Linz Meiuerzhagen, in Andernach Pistorius, in Kempen Hardenberg.
Endlich erklärten sich auch der Domdechant, Heinrich Graf zu Stolberg und sechs andere Domcapitularherreu für den Fortgang der Reformation. Ein Besuch Kaiser Karls V. in Bonn, gab zwar dem Kurfürsten Veranlassung, seine evangelischen Theologen, dem Willen des Kaisers entsprechend, zu entlassen; als aber Hermann dennoch seinen Weg verfolgte, wurde die Bewegung gegen ihn immer heftiger. Das Domkapitel sagte ihm den Gehorsam auf und begab sich unter den Schutz des Kaifers uud des Papstes. Beide ließen ihn vorladen. Dem Papste gehorchte er nicht und dem Kaiser sendete er einen Abgeordneten als Vcrtheidiger aller seiner Handlungen. Da sprach Papst Paul III. den Bannfluch über ihn aus, entsetzte ihn am ltt. April 1546 aller seiner geistlichen Würden, befahl feinen Unterthanen ihm nicht zu gehorchen, entließ sie des Eides der Treue und forderte den Kaiser auf, dafür zu sorgen, daß das Urtheil in seinem ganzen Umfange vollzogen werde.
Nichts desto weniger blieb der Kurfürst im Besitze seines Erzbisthums und feiner Würden und Rechte uud selbst drei Monate später, am 7. Juli, erließ Kaiser Karl V. ein Schreiben an ihn, worin er ihn warnte, sich an dem schmaltaldischen Bunde zu betheiligen, aber mit ihm sprach, als sei er in seiner Stellung als Kurfürst und Erzbifchof in keiner Weise verändert worden.
Die katholische Parthei des Domkapitels hatte schon früher den Grafen Adolf von Schaumbnrg zum Coadjutar ernannt, den der Papst bestätigte und dann zum Erzbischof ernannte. Hermanns Lage wurde nun immer bedenklicher, besonders als der Kaiserden schmalknldifchen Bund besiegt hatte uud den Erzbischof mit aller Strenge aufforderte, vou seinen Bestrebungen abzustehen, und als er dazu sich nicht verstehen wollte, den Ständen und Unterthanen auftrug, uur dem neueu Kurfürsten zu gehorchen. Als endlich der Kaiser mit dem Schwerte drohte: da entsagte Hermann
