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stein errichtet und den Gedanken, auf dem Plateau zwischen Vollenders und Feldkirchen diese Stadt zu errichten, aufgegeben hatte. Die geregeltere Regierung des Grafen Friedrich, aber auch die Nothwendigkeit der Bezahlung der Schulden, die der Graf von seinen Unterthanen forderte, so wie die Ansprüche des Grafen auf Waldungen, welche die Gemeinden für ihr volles Eigenthum hielten; alles das brachte große Unruhe in der Grafschaft hervor. Die Unterthanen erhoben Beschwerden, zu deren Untersuchung Kurköln von Kaiser und Reich beauftragt wurde.
Aber Kurpfalz und Kurtrier glaubten als Lehnsherren verschiedener wiedischer Ortschaften, die kaiserliche Commission nicht zulassen zu dürfen; elfteres ließ 1660 eine Truppenabtheilung in die Grafschaft einrücken, die nach einem kurzen Gefechte mit wie- dischen Landreitern Vrauusberg besehten. Nun ließ die kaiserliche Commission durch 1500 Mann Kurkölner Braunsberg belagern und die Kurpfälzer vertreiben. Die wiedische Erbtochter Johanna Walpurgis half, in ihrer Feindschaft mit Friedrich, die Zwietracht schüren. Die Unruhen dauerten längere Zeit fort, bis Friedrich größere Strenge eintreten, zwei Männer aus Selters, die ihm nach dem Leben getrachtet, an einem Gxlgen bei Anhäufen aufhängen lieh und die bestrittenen Waldungen durch Urtheil dem Grafen zuerkannt wurden. Doch muhten auch kölnische Truppen auf die vollkommene Wiederherstellung der Ruhe wirken.
Als im Jahre 1664 der Graf Ernst von Isenburg-Grenzau ohne männliche Nachkommenschaft starb, erhielt das gräfliche Haus Wied drei Viertel von dem Schlosse und Flecken Isenburg und die Hälfte des Kirchspiels Maisch eid; dnrch Vergleich kamen diese Erwerbungen 1694 an Wied-Nunkel.
Obgleich die neue Schöpfung Friedrichs, die Stadt Neuwied, freudig aufblühte, fühlte er nch doch, namentlich durch Familienstreitigkeiten und den verarmten Zustand seiner unruhigen Unterthanen, in einem hohen Grade unbehaglich und er ging ernstlich mit dem Gedanken um, seine Grafschaft zu veräußern und sich in Amerika ein neues Gebiet zu erwerben. Mit Hessenkassel wurden Unterhandlungen deshalb gepflogen; der Kaiser bot 125,000 Thlr» für die Abtretung. Dennoch aber kam die Veräußerung nicht zu Stande. Als aber der Graf feinem jüngsten Sohne Friedrich Wilhelm die Grafschaft allein zuwenden wollte, wurde Friedrichs
