203

Bürger mit einer reichlichen Weinspende erfreute, von der auch der Aermste nicht ausgeschlossen war. An den folgenden Tagen besuchte der Fürst Altwied und mehrere Dörfer, um die Beweise >hrer Anhänglichkeit entgegen zu nehmen.

Auch die Freude, den goldenen Hochzeitstag mit seiner treff» lichen Gemahlin Caroline im Kreise zahlreicher Enkel zu feiern, war ihm noch vergönnt. Am ?. August 1791 verließ er diese Erde und seine sterblichen Neste wurden in der Familiengruft auf dem Kirchhofe beigesetzt. Ein einfaches Denkmal erhebt sich über seiner Ruhestätte, das die einfachen Worte trägt:Zu groß, er­letzt, zu gut, vergefsen zu werden. Seine Thaten schätzen sein Andenken!" ')

Und wirklich, es schlugen die Wogen der großen französischen Devolution über sein Grab, die Zerstörungskriege der, Neufranken umtobten es, es gingen der Zusammensturz des deutschen Reiches, die Unterdrückung und Schmach und die Freiheitskriege und die Wiedergeburt Deutschlands darüber hin: die Generation, die noch Zeuge seines Wirkens gewesen war, wnrde nicht müde, davon zu ^zählen, und die nächstfolgenden Geschlechter rühmten es nach und wenn nun in der durch ihn gehobenen Stadt allmählich fein ^ob verstummt, da eine ganz andere Zeit eingetreten, so wird die ^pecialgeschichte nie schweigen von dem Ruhme eines Fürsten, der ei» würdiger Zeitgenosse Friedrichs II. und Josephs II. und ^ großen literarischen Epoche in Deutschland gewe­sen war.

*) Das Grubmal des Fürsten befindet sich auf dem gemeinsame» Gottes- ncker bei Neuwied in der Witte zahlreicher Privatgrabmaler. Es is! aus Indern von rolhcm Sandstein errichtet, ein kleiner Obelisk, auf einem Pic> ^l««l von zwei Stufen, von Änumeu überschatte!. Unter der etwa 8 Fuß hohen Pyramide raihalt das über 5 Fuß hohe und drei Fuß breite Posta­ment mehrere Insckniflen und sinnreiche Allegorien, Namentlich ist ans der «neu Seite die Zeit der Gebnrt und de? Todes des Fürsten mit einem Sinn. °'l° auf «unst,'Handel, Gewerbe und Wissenschaften angegeben: auf der ""deren Seite enthaltet ein Genius eine ssarte von Neuwied und der Um. »e«end, unter welcher die oben angegebene Inschrift ausgedrückt ist.