204 D« VlNtral Nlnwitd.
Franz Karl Ludwig, Graf zu Wied-Neuwied, der jüngere Bruder Friedrich Alexand ers, am 19. OctoberI710 geboren, erhielt seine erste Bildung im Schooße seiner Familie. Von seinem sechszehnten Jahre an gcnoß er seine Erziehung durch den Großvater, den königlich preußischen General-Feldmaischall Grafen zu Dohna; dann besuchte er einige Jahre die Universität zu Königsberg nnd machte darauf Reisen durch Preußen und Polen.
Seit dem 29. Februar 1728 Stabscavitän bei dem Dohna'- schen Regiment zu Fuß iu Berlin hatte er Gelegenheit, den königlichen Zof zu besuchen. Am 23. Mai 1730 erhielt er bei dem Regiment Eydow eine eigene Compagnie. Er machte nun eine Reise nach Paris und durch Frankreich. Im Jahre 1733 zum General-Adjutanten ernannt, zeichnete er sich in den Feldzügen gegen die Polen durch Tapferkeit und uuermüdeteu Diensteifer rühmlich ans. 1734 erhielt er, unter Beibehaltung feines Ranges im preußischen Heere, die Stelle eines Oberst-Lieutenants bei dem westerwälder Kreisregimente. Am 10. Januar 1736 trat er als Major in das Kleistische Regiment. Mit königlicher Genehmigung trat der Graf 1737 in kaiserliche Dienste als Oberst-Lieutenant des altsaooyischen Dragoner-Regiments, um au dem Kriege gegen die Türken Theil zu nehmen. Dieser Feldzug war unglücklich für den Kaiser und für ihn, Iu der Schlacht bei Grotzka wurden ihm zwei Pferde unter dem Leibe gctödtet, er verlor seine ganze Eqnipage und seine Gesundheit wurde tief erfchüttert. Er kehrte nach Neuwied zurück uud da der Vater, Graf Friedrich Wilhelm, am 17. September 1737 gestorben war und Friedrich Alexander noch iu Paris verweilte, besorgte er die Negierungsgeschäfte.
Als Friedrich II. 1740 den Thron bestieg, kehrte der Graf in preußische Dienste zurück und stand gegen Ende des ersten schlesi- schen Krieges in Wesel. Am 18. April 1742 wurde er Oberst nnd Coinmandeur d.s Dohna'schen Füsilierregimeuts, das er, neu organisirt und trefflich eingeübt, im August desselben Jahres, dem Könige vorführte.
Nach dem Tode des letzten Fürsten von Ostfriesland, Karl Edzard, wurde der Graf von Neuwied 1744 von dem Könige beauftragt, mit 400 Mann Ostfriesland, in Folge der Anwartschaft,
