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Fürsteil »ach Neuwied und von da, unter zahlreichem Geleite nach Mourepos gebracht, wo sie, nach seinem Wunsche, in der Gruft des ihm am 18. Februar 1862 vorangegangenen, geliebten Sohnes Otto beigesetzt wurden*).

So schied einer der trefflichsten Menschen viel zu friih, nach uuseren Ansichten, von dieser Erde. Seine körperlichen Leiden hatten viel dazu beigetragen, daß sich seine Seele in sich selbst vertiefte und in ihrem eigenen Leben ihm volle Befrie­digung gewährte. Er hatte Theilnahme für Alles, was mit dem menschlichen Dasein in Verbindung steht, und jede Wissenschaft fand bei ihm Verstandniß, wenn er sich auch durch gelehrte Viel­wissern nie auszeichnen mochte. Die Einzelheiten darin waren ihm überhaupt Nebensache: er ging auf den Geist des Ganzen ein; die besonderen Fachkenntnisse hatten nur in sofern Werth für ihn, als sie zn dem Verstandniß der Wissenschaft führen konnten. Für jede Art der Kunst hatte er Sinn. Die Bildhauerei schätzte er mit richtigem Blick; die Malerei stand ihm insofern noch näher, als er sie selbst ausübte und manche schöne Landschaft darstellte, die aus eigenen Anschauungen hervorgegangen war. Die ächte Musik, welche aus dem Gemüth hervorgeht, schätzte er hoch und nur die rauscheuden, sogenanntenSalonstücke" sah er für unbe­deutend an.

Unter den Wissenschaften standen ihm besonders Geschichte, Theologie und Philosophie nahe. Mit großem Fleiße studirte er die umfassenden Geschichtswerke unserer Zeit, einen Mommsen, Zäusser, Ranke u, A. Die Religionswissenschaft aber fesselte ihn ungleich mehr, doch nahm er in ihr einen durchaus freien, vorurtheilslosen Standpunkt ein. Er schätzte die Schriften und

*) Der Verf. hat hier, als Mitglied des naturhistorischen Vereins für Rheinland und Westvhalen, dankbar einer Gabe des Fürsten zu erwähnen, die demselben in den Herzen der Mitglieder eine warme Erinnerung erhält. Der Verein, zu Pfingsten 1863 in seiner General-Versammlung zu Neuwied, wurde von dem Fürsten zu einem Besuche in Wonrepus eingeladen. Das hohe Fürstenvaar, so wie der Prinz Max nud Prinzeß Elisabeth, bewegten sich in der liebenswürdigsten Anspruchlosigteit, in dem auch von der Pracht der Aussicht lebendig bewegten Kreise. Hierbei übergab der Fürst dem Verein selbst eine, von Kauer in Kreuznach angefertigte, lebensgroße Büste des Prinzen M a x, so wie jedem anwesenden Mitgliede eine im verkleinerten Maaßstabe, zum Andenken.