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Forschungen N «and er's und Rothe'S sehr hoch, doch fühlte er sich bei diesen Männern der Wissenschaft auch nicht defriedigt, da er ihren theologischen Standpunkt für einen einseitigen hielt und Namentlich schien ihm die Unterscheidung einer „natürlichen" und ^«offenbarten" Religion auf einem Vorurtheil zu beruhen. Nach leiner Ueberzeugung mußte jede Religion im Innern des Menschen durch das Wirken des Geistes entstehen. Er war daher völlig frei, von jeder Art des „Autoritäts"- und „Buchstabenglaubens'. Religion war ihm vielmehr das innerste Leben des Einzelnen, sowie Natürliche Sehnsucht nach einem hühern Wesen und nach der Gemeinschaft mit demselben. Daß Jeder auf seine Weise mit der Gottheit in Verbindung trete, erschien ihm als ein göttliches Recht über welches kein Mensch etwas zu verfügen hätte. Für sich selbst lebte er in kindlicher Ehrfurcht vor dem Höchsten und erbaute sich an jedem religiösen Vortrage, der aus der Tiefe der Seele kam. In seiner Schrift „das unbewußte Geistesleben", Leipzig bei Brockhaus, ist er bemüht gewesen, seinen theologischen Und philosophischen Standpunkt klar zu machen. Er war nämlich durch Nachdenken und viele sehr merkwürdigen Erfahrungen seines eigenen Lebens zu der Ueberzeugung gelangt, daß man im Menschlichen Wesen nicht eine Doppelnatur, sondern vielmehr ein dreifaches Leben zu unterfcheiden habe, ein körperliches, seelisches und geistiges. Das Leben der Seele umfasse das Gebiet, auf welchem die vielen riithselhaften Erscheinungen vorkommen, die des Selbstbewußtseins entbehren und doch eine geistige Kraft und ein gewisses Nachdenken und Ueberlegen zeigen. In dieses Gebiet gehöre der Traum, das Hellsehen, der magnetische Schlaf, die Ahnung und Aehnliches. Auf diefes feelifche Leben richtete der Fürst in dem bezeichneten Buche seine Aufmerksamkeit, Heilte mit, was er selbst davon erfahren hatte und suchte es wissenschaftlich zu verstehen. Mit seiner liebenswürdigen Bescheidenheit stellt er seine Ansichten niemals als „unfehlbar" hin, sondern nur als Material zur Lösung dieser wichtigen Frage nach dem Zusammenhange zwischen Körper und Seelenleben. Zu seinen Forschungen aus diesem Gebiete veranlaßte ihn auch besonders der Wunsch, soviel ihm möglich, zum Verständniß des Lebens Jesu beizutragen. Er hat das ausdrücklich in der Vorrede zum „unbewußten Geistesleben" hervorgehoben.
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