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Er spricht sich hier ebenfalls mit voller Klarheit über die Stellung der religiösen Gemeinden aus, für welche er die erste» christlichen Einrichtungen als Muster für alle Zeiten hinstellt.
Durch diese Studien war der Fürst immer mehr auf die Hauptfrage der gegenwärtigen Philosophie geführt worden: in welchem Verhältnih steht die Freiheit des Menschen zur Natur- Notwendigkeit? Er bemerkt, daß von der Erkenntnih in dieser Sache die Beurtheilung über den sittlichen Werth des Mensche» abhinge und darnach auch alle seine Handlungen zu beurtheilen seien. Das Gründlichste, was bisher über die „Freiheit" des Menschen geschrieben ist, fand er bei Kant, dessen „Freiheitslehre" er deshalb mit der ganzen Unbefangenheit und dem stillen tiefen Ernste, dessen seine Seele fähig war, studirte.
In dem friedlichen Monrepos, unter den hohen, freiaufstrebenden Vuchen, von wo sein Auge eine weite, umfassende Umsicht in das herrliche Nheinthal und die weithin ragenden Berge hatte, dachte er über die Kräfte der Natur, von welchen der Sterbliche abhängt und wie weit er sich frei fühlen darf. Es genügte ihm Kant's Erklärung nicht und er veröffentlichte, mit dem bescheidene!! Sinne des wahren Forschers, ein„Ergebuiß aus der Kritik der KantischenFreiheitslehre". In dieser kleinen Schrift, auf welche er noch eine „Replik" und „Duplik" folgen ließ, begegnet uns eine große und seltene Klarheit und Besonnenheit und Berücksichtigung aller nur irgend denkbaren Einwendungen, verbunden mit einer vollkommenen Unabhängigkeit von allen vorgefaßten Meinungen. Er steht über jeder Parthei und legt mit de« einfachsten Worten alle vorkommenden Trugschlüsse klar vor uns hin. Seine Kritik stellt aber nicht ein neues philosophisches Dogma auf, sondern er ist sich bewußt, daß der „Streit über die Willensfreiheit" noch eben so wenig gelöst ist, wie in früheren Zeiten; ja, er neigt sich vielmehr zu der Ansicht hin, daß die Schranken, welche unserm Wissen gezogen sind, stets eine wissenschaftliche Lösung dieses Problems unmöglich machen.
Spricht sich in diesen Schriften des Fürsten die ganze Schärfe seines gereiften Denkens aus, fo offenbart sich in seinen Ansichten über Politik seine edle deutsche Gesinnung. Er hat, was er über die zu seinen Lebzeiten herrschenden politischen Bestrebungen des gemeinsamen Vaterlandes dachte, nicht in einer schrift-
